Düsseldorf: Kiefernstraßen-Anwohner wollen über Baupläne informieren

Bauen in Düsseldorf : Kiefernstraßen-Anwohner wollen über Baupläne informieren

Die Initiative hat Politik und Investor eingeladen. Sie will die aktuellen Pläne vorstellen und Ideen sammeln für eine sozialverträgliche Bebauung.

Ein Jahr ist es her, als es im Viertel die ersten Gerüchte gegeben hat über eine mögliche Bebauung des Parkplatzes neben dem B8-Center. Auslöser für die Spekulationen war der Verkauf eines Grundstücks an der Erkrather Straße. Lange dauerte es nicht, bis der Investor bekannt wurde, der Pläne vorlegte. Ein Hotel und Mikroapartments wollte die Cube Real Estate realisieren, kam von der Idee aber ab, als es Proteste von Politik und Anwohnern der Kiefernstraße gab. Eine offene Kommunikation sollte es geben zwischen allen Parteien. „Wäre die Cube Real Estate, wie mit uns abgesprochen, transparent gewesen und hätte uns vorab die Bauvoranfrage gezeigt, wäre allen viel Zeit erspart geblieben“, sagt Tanja Arceri, für die noch immer zu viele Fragen offen sind und die deshalb Investor, Politik und Nachbarn für Sonntag, 15. September, 13 bis 18 Uhr auf den Parkplatz neben dem Fachmarktzentrum zu einem Info-Nachmittag einlädt. „Ich hoffe, der Investor kommt“, sagt sie.

Auch die Bezirksvertretung 2 hatte im zweiten Anlauf dem Projekt­entwickler kein grünes Licht erteilt. Prinzipiell begrüßten alle, dass sich das Hotel erledigt hatte. Vor allem aber die Idee, dass die Zufahrt zur Tiefgarage über die Kiefernstraße erfolgen soll, stieß allgemein auf Ablehnung. „Nach wie vor stehen wir dem Bau von Mikroapartments äußerst skeptisch gegenüber“, sagt Arceri, „dazu noch vollmöbliert.“ Diese Form werde von Menschen bewohnt, „die nur wenig mit dem Stadtraum und dessen sozialem Gefüge interagieren können“, fürchtet die Anwohnerin. Zudem setzen sie und ihre Nachbarn sich dafür ein, dass die Kiefernstraße vom Durchgangsverkehr weitestgehend frei bleibt, „die Kiefernstraße wird von vielen Kindern genutzt“, sagt Arceri. Sie regt an, dass die Zufahrt über den Roller-Parkplatz gebaut wird. Dass es weiterhin so viel Kritik gibt an dem Bauvorhaben, das kann Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD) nur bedingt nachvollziehen. Als er von den Hotel-Plänen hörte, war er dagegen, zumal sich drei Hotels in unmittelbarer Nähe befinden. Dass der Investor sich aber so massiv bewegt hat, „das ist schon außergewöhnlich“, sagt Wagner, für den die zweite Vorlage zustimmungsfähig gewesen wäre. Immerhin sei der Investor von der Idee, ein Hotel auf dem Areal zu bauen, sofort abgekommen, er habe sogar freiwillig angeboten, geförderten Wohnraum zu schaffen, Wohnungen für Senioren, Wohngemeinschaften. Dass es dann auch noch Mikroapartments geben wird, „damit müssen wir leben“, sagt Wagner, der im Augenblick ratlos ist, was die Cube Real Estate noch alles tun kann, um die Menschen im Viertel zu überzeugen. Wie es weitergeht, das weiß Uwe Wagner nicht. Aber die Bauaufsicht hatte um ein Gespräch mit der Politik gebeten, das in den nächsten Wochen stattfinden soll.