Düsseldorf-Flingern: Wenig Hoffnung für Atelierhaus an der Flurstraße

Kunst in Düsseldorf : Wenig Hoffnung für Atelierhaus in Flingern

Die SWD bleibt bei ihrem Plan Wohnen statt Kunst. Alternativen für die Künstler gibt es noch keine.

Auch wenn die Künstlergemeinschaft von der Flurstraße immer noch hofft, in den Atelierhäusern im Hinterhof bleiben zu können, ist das Ende absehbar. Die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD) wird nicht von ihrem Vorhaben abweichen – nämlich sozialen Wohnraum zu schaffen. Das berichtete jetzt die Verwaltung im Kulturausschuss auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion. Mitte Januar wurde bekannt, dass sich neun Künstler aus Flingern-Nord ein neues Domizil suchen müssen. Kurz vor Weihnachten hatten sie die Kündigung erhalten. Manche Künstler arbeiteten schon mehr als 15 Jahre in dem Hinterhaus. Ursprünglich war die Kündigung auf Ende Februar 2020 terminiert. In diesem Punkt wich die SWD von ihrem Plan ab, verlängerte die Frist um drei Monate.

Außerdem soll es Einzelgespräche geben zwischen den Mietern und der SWD. Maria Gilges hatte bereits ihren Termin, „gebracht hat das aber nichts“, sagt die Künstlerin. Ihre eigentliche Ansprechpartnerin sei krank gewesen, ihr Ersatz soll vorgeschlagen haben, „dass ich mich doch mal in der Eifel umschauen könnte“, sagt Gilges, die den Eindruck hatte, dass es niemanden so richtig interessiert, was mit ihr passiert. Die Termine der Kollegen aus dem Atelierhaus seien von der SWD krankheitsbedingt abgesagt worden, Ersatzräume – so wie die Verwaltung es im Kulturausschuss angekündigt hatte – sind bisher niemandem angeboten worden, sagt Maria Gilges, die sich schon ein paar andere Ateliers angeschaut hat. „Sobald ein Atelier frei wird, wird das vom Kulturamt veröffentlicht“, erzählt Maria Gilges. „Da stürzen sich natürlich alle drauf, wir sind ja nicht die einzigen, die suchen.“

Dass es Künstler schwer hatten in den vergangenen Jahren in Düsseldorf, das bestätigt die Verwaltung auch: „Die Sicherung von Atelierräumen als Arbeitsfläche für Künstler muss aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre, in denen die Nachfrage nach Räumen für Schul- und Wohnnutzung zum Verlust von Atelierräumen geführt hat, auf ein neues Fundament gestellt werden.“ Zwischennutzungen – das zeigt auch der Fall des Atelierhauses an der Flurstraße, das nur für eine begrenzte Zeit von der SWD zur Verfügung gestellt wurde – würden nur begrenzt Abhilfe schaffen, da professionell arbeitende Künstler gesicherte Arbeitsorte brauchen, so die Verwaltung, die derzeit ein Gesamtkonzept für die Atelierförderung in Düsseldorf erarbeitet. Das Konzept wurde vom Kulturausschuss im vergangenen Jahr beauftragt.