Düsseldorf-Flingern:Politik zieht Konsequenzen nach Debatte um Atelierhaus an Flurstraße

Kunst in Düsseldorf : Flurstraßen-Ateliers: Politik zieht Konsequenzen

Das Ampelbündnis stellt Ende März im Rat einen Antrag, damit die Zahl der Atelierwohnungen in der Stadt wieder auf mehr als 400 steigt.

Für die Künstler an der Flurstraße kommt der Einsatz der Politik wohl zu spät. Sie werden mit ziemlicher Sicherheit das Atelierhaus Ende Juni verlassen müssen. Der Eigentümer, die städtische Wohnungsgesellschaft SWD, hat aber zugesagt, dass man derzeit nach einer Alternative sucht. Es gebe Objekte im Bestand der SWD, „und wir wollen versuchen, dass die Künstler größtenteils zusammenbleiben“, sagt SWD-Sprecher Roman von der Wiesche. Es würden zeitnah Gespräche geführt mit den Künstlern aus Flingern-Nord.

Die Diskussion um die Ateliers an der Flurstraße haben einmal mehr verdeutlicht, dass Künstler zunehmend unter Druck geraten. Deshalb hatte die Grünen-Ratsfraktion für die letzte Sitzung eine Anfrage gestellt, in der sie wissen wollte, wie viele Ateliers durch die Stadt vergeben werden und wie viele sich im Eigentum der Stadt befinden. Die Zahl ist in den letzten Jahren gesunken und liegt inzwischen bei 373 – davon befinden sich 86 im Eigentum der Stadt. Das größte Atelierhaus, das die Stadt vermietet, ist am Böhlerweg in Heerdt. Um die noch bestehenden Ateliers zu sichern und die Anzahl wieder zu steigern, hat das Ampelbündnis einen Antrag formuliert, der in der letzten Ratssitzung aus zeitlichen Gründen aber nicht mehr behandelt werden konnte und auf Ende März verschoben wurde.

Darin fordern SPD, Grüne und FDP, dass es in den nächsten fünf Jahren wieder mehr als 400 Atelierwohnungen in der Stadt gibt. Die sollen vor allem auf städtischen Flächen entstehen, aber auch mit privaten Investoren umgesetzt werden. Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, denkt an Atelierhäuser, aber auch an kleinere Projekte, die mitten in den Stadtteilen liegen, „die auf die Stadtteile einwirken“, sagt Gerlach. Was oft fehle, seien Ausstellungsräume, so die Grünenpolitikerin.

Dass es für Künstler schwieriger geworden ist, das weiß auch die Stadt, die derzeit ein Gesamtkonzept zur künftigen Atelierförderung gemeinsam mit dem Rat der Künste und dem Beirat Bildende Kunst erarbeitet. Außerdem sollen Künstler durch niedrige Mieten gefördert werden, dafür wird eine Kostenstelle beim Kulturamt eingerichtet. Vermieter wie die SWD, zu deren Aufgaben nicht die Künstlerförderung gehört, sollen dann Zuschüsse erhalten, damit die Mieten weiterhin unter dem Marktwert bleiben können.