Düsseldorf-Flingern: Bürgerbeteiligung für Erkrather Straße startet

Bauen in Düsseldorf : Bürgerbeteiligung für Erkrather Straße startet

Das Ziel des Verfahrens ist es, einen kooperativen Bauplan für das Grundstück zu erstellen und der Politik vorzulegen.

Stadtplanung kann längst nicht mehr vorbei an den Menschen geschehen. Das haben inzwischen auch einige Investoren eingesehen. Einer davon ist der Projektentwickler Cube Real Estate, der einer Bürgerbeteiligung für das Grundstück neben dem B8-Center zugestimmt hat, die am heutigen Dienstag, 28. Januar, startet. Zwischen 18 und 21 Uhr haben Anwohner, aber auch alle anderen Interessierten die Möglichkeit, Ideen für die Bebauung einzubringen. Die „Planwerkstatt 378 Flingern-Süd“ trifft sich an der Erkrather Straße 191.

„Was soll hier entstehen?“ Mit dieser Frage ist der Flyer beschrieben, den in den letzten Tagen und Wochen die Bewohner der Kiefernstraße verteilt haben. Sie sind es gewesen, die Ende 2018 mobil gemacht haben gegen die Pläne von Cube Real Estate, auf dem Areal Mikroappartements und ein Hotel zu bauen. Bereits 2017 gab es Gerüchte, dass sich etwas tun wird auf dem Grundstück, als der Parkplatz zwischen der Erkrather Straße und der Kiefernstraße verkauft wurde. Viele Anwohner blickten mit Sorge auf das Geschehen. Denn die Kiefernstraße ist alles andere als eine gewöhnliche Straße in Düsseldorf. Sie ist bekannt geworden durch die Hausbesetzerszene in den 80er Jahren, noch heute leben viele der Hausbesetzer im Viertel. Die wollen kein hochpreisiges Wohnen in ihrer Nachbarschaft - in einer ersten Bauvoranfrage wollte der Investor 150 Kleinstwohnungen und zwei Hotels mit insgesamt 300 Betten realisieren. Das Investitionsvolumen lag bei knapp 60 Millionen Euro. Die Anwohner der Kiefernstraße stellen sich dagegen bezahlbares Wohnen vor, seniorengerechtes Wohnen und studentisches, außerdem Räume, die der Gemeinschaft zur Verfügung stehen.

Beim ersten Info-Abend der „Planwerkstatt“ 378 Flingern-Süd soll es Vorträge geben von Stadt und Kultur, auch der Investor hat sein Kommen zugesichert. In den nächsten Monaten sollen die Wünsche und Forderungen des Quartiers an den geplanten Neubau gesammelt und ausgewertet werden. Unter Berücksichtigung der Aspekte Stadtplanung, Mobilität, Nachhaltigkeit, Freiraum, Integration, Architektur und Wirtschaftlichkeit werden die zusammengetragenen Ergebnisse mit dem Investor besprochen, der im besten Fall die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in einem neuen Bauplan miteinbezieht. Das Ziel des Beteiligungsverfahrens ist es, einen kooperativen Bauplan für das Grundstück zu erstellen, der dann der Bezirksvertretung vorgelegt werden soll. Weitere Veranstaltungen werden folgen. Außerdem soll es eine Anlaufstelle geben, eine Art Büro, in dem die Plangruppe zu bestimmten Öffnungszeiten über das Verfahren informiert.