Flingern : Bürozentrum wird zum Wohnquartier

Ein Investor will das leerstehende Thyssen-Trade-Center zum Wohnhaus umgestalten. Ab Januar liegen die Pläne aus.

Seit rund drei Jahren steht das Thyssen-Trade-Center neben der Metro-Zentrale in Flingern-Nord leer, zugleich ist Wohnraum in der Gegend so gefragt wie nie — ein Investor plant deshalb einen ungewöhnlichen Umbau: Die Catella Corporate Finance GmbH möchte den Anfang den 1993 errichteten Bürokomplex zu einem Mietshaus umbauen.

Rund 300 Wohnungen sollen auf diese Weise entstehen. Die Bezirksvertretung 2 hat jetzt dem Bebauungsplan-Vorentwurf zugestimmt.

Ab Januar sollen die Pläne für die Öffentlichkeit ausliegen. Der Investor hofft, noch im kommenden Jahr die Baugenehmigung von der Stadtverwaltung zu erhalten. Zunächst hatte die Firma einen Abriss und Neubau an der Stelle ins Auge gefasst. "Aber wir waren sehr positiv von dem Gebäude überrascht", sagt Geschäftsführer Klaus Franke. Deshalb entstand der Plan, das bestehende Bürogebäude mit seiner charakteristisch geschwungenen Form beizubehalten.

Allerdings wird das Gebäude kernsaniert. Außerdem werden kleinere Nebengebäude abgerissen. Dabei soll sich der Gesamteindruck des Gebäudes entscheidend verändern: Während der Bürokomplex bislang kühl wirkt, soll er durch viel Grün, eine wärmer gestaltete Fassade und einen belebten Innenhof wohnlich werden.

Der Umbau hat möglicherweise eine Rekorddimension. Auf jeden Fall handelt es sich um eine der größten Umnutzungen von Büros in Deutschland. "Wir haben jedenfalls noch keine größere gesehen", sagt Franken. Das Unternehmen hatte in Düsseldorf zuletzt die Erweiterung der C&A Hauptverwaltung im Quartier am Flughafen entwickelt.

Die Wohnungen sollen vermietet werden, Eigentumswohnungen sind nicht vorgesehen. Der Investor will sich dabei im mittleren Preissegment orientieren, da er dort den größten Bedarf sieht — auch wenn in Flingern ebenfalls hochpreisiges Wohnen gefragt ist. "Wir verpflichten uns freiwillig auf einen Durchschnittsmietpreis von zehn Euro für die kommenden zehn Jahre", sagt Klaus Franken. Dies soll dem Investor auch garantieren, dass die Wohnungen vermietet bleiben, wenn der derzeitige Flingern-Boom etwas abebben sollte.

Der Umbau des Thyssen-Trade-Centers ist eines von vielen neuen Wohnungs-Projekten in der Gegend. In der zuständigen Bezirksvertretung 2 hatte es bei der Beratung Bedenken gegeben, ob die Nahversorgung für die neuen Anwohner ausreicht. Dieses Problem sieht Franken nicht, auch wenn im Thyssen-Trade-Center nur Platz für kleinere Läden geschaffen werden soll. Bereits jetzt gebe es große Supermärkte in der Nähe, zudem sei Platz für weitere Geschäfte.

(RP)