Flingern : Besucher vom Food Yard enttäuscht

Der Andrang war groß, doch viele Besucherwaren mit den überschaubaren Angebot unzufrieden. Kritik gab auch es an der Örtlichkeit.

In Städten wie Berlin, Köln oder Amsterdam sind sogenannte Food Yards längst ein fester Bestandteil der Gastronomieszene. In Düsseldorf gab es Vergleichbares bislang nur auf speziellen Food Festivals. Doch seit Samstag hat auch in Flingern ein Food Yard.

Dahinter verbirgt sich ein Konzept aus verschiedenen Essensangeboten auf einer Art überdachtem Marktplatz, ähnlich wie sie auch in Einkaufszentren zu finden sind. Im Unterschied zu Letzterem setzt das von Magnus Timmen betriebene Angebot an der Fichtenstraße jedoch nicht auf Fastfoodketten wie Subway und McDonalds, sondern auf lokale Angebote.

Doch dessen Vielfalt hält sich mit einer Handvoll Ständen aktuell noch in Grenzen. Allen voran gibt es eine Auswahl an Burgern von Klassikern wie Cheeseburger bis hin zu unkonventionellen Angeboten wie dem "Avocado Dream". Ein weiterer Stand bietet Bratwurst und Krustenbraten an.

Für Vegetarier gibt es sogenannte Buddha Bowls. Das sind kleine Schüsseln mit fleischfreier Kost wie beispielsweise Avocado oder Wakame. Darüber hinaus bietet ein Browniestand verschiedene Variationen des Kuchenklassikers - von Käsekuchen über Erdnuss-Karamell bis hin zu Chili. Das Getränkeangebot umfasst neben Altbier und Cola auch lokale Craftbeersorten wie das "Flinger Bräu" und Wein.

Dass in Düsseldorf grundsätzlich Interesse an einem Food Yard besteht, zeigte die Menge an Neugierigen, die am Samstag zur Stippvisite an die Fichtenstraße kam. Doch das Fazit der Besucher fiel durchwachsen aus. Zwar kam das vorhandene Essensangebot bei vielen Gästen gut an, doch die Mehrheit wünscht sich für die Zukunft eine größere Auswahl an Speisen.

"Ich habe mehr Essensstände erwartet", erklärte Eimo Neemann enttäuscht. Ein Kritikpunkt, den Betreiber Magnus Timmen auch schon selbst erkannt zu haben scheint, da er bereits im Vorfeld angekündigt hatte, die Zahl an Essensangeboten in Zukunft erhöhen zu wollen.

Negativ äußerte sich auch Elisabeth Welskopf: "Es ist ein Reinfall", lautet ihr knappes Fazit. Neben dem schmalen Angebot kritisierte sie insbesondere den Ort des Food Yards. Denn im Unterschied zu Markthallen oder Einkaufszentren befindet sich der Food Yard in Flingern nicht in einem Gebäude, sondern auf dem überdachten Außenbereich des Geländes. Dort gibt es neben den Essensständen ein paar Bierbänke und Palettenmöbel zum Verweilen.

Das mag vielleicht besonders ab Mai ein angenehmer und atmosphärischer Treffpunkt sein, so der Tenor zahlreicher Besucher, doch bei rund zwei Grad Celsius - wie am Wochenende - wird es schnell kalt und unangenehm. "Es wäre schön, wenn hier wenigstens ein Heizstrahler stehen würde", kritisierte die Besucherin Silvia Leicht. Aber es gab auch positive Stimmen zum Ambiente. "Der Food Yard ist sehr gemütlich und familiär", meinte Dustun Weber.

So wird der Food Yard in den kommenden Wochen beweisen müssen, ob das Konzept - besonders solange es noch kalt ist - aufgeht. Denn neben Witterung und eingeschränktem Angebot wird auch die Lage des Food Yards herausfordernd sein. Im Gegensatz zur Birken- oder Ackerstraße etwa ist an der Fichtenstraße weniger Laufkundschaft zu erwarten.

(RP)
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