Flingern: Baustart für Carloft-Hotel

Flingern: Baustart für Carloft-Hotel

Mit einiger Verzögerung beginnen die Arbeiten für das Hotel in Flingern, in dem man mit dem Auto direkt bis vor die Zimmer fahren kann.

So ist das nun mal mit großen Bauprojekten, die eine lange Vorlaufzeit haben: Wenn dann eines Tages wirklich die Bagger anrollen, ist die Überraschung (und bisweilen auch das Entsetzen) bei den Anwohnern groß. So war es auch im November, als an der Ecke Höher Weg und Kettwiger Straße die Vorarbeiten für das geplante Carloft-Hotel begannen, ein Schaufelbagger einer Trauerweide den Garaus machte und der Stadtwerkepark über Nacht plötzlich um einen nicht unerheblichen Teil schrumpfte. Fünf Bäume mussten insgesamt weichen.

Bei den Carsuiten von Carloft können die Gäste mit ihrem Auto bis vor die Zimmer fahren. Foto: Carloft

Jetzt fällt der eigentliche Startschuss, auch die Haltestelle der Buslinie 738 wird dafür verlegt, wie die Rheinbahn ankündigt. Ursprünglich sollte der erste Spatenstich für das neue Schmuckstück am Entree der Automeile im Herbst vergangenen Jahres erfolgen, nach der genehmigten Bauvoranfrage vor zweieinhalb Jahren war zunächst sogar von einer Fertigstellung Anfang 2017 die Rede. Doch der Investor musste sich von einigen ambitionierten Teilaspekten bei der Planung verabschieden und aufgrund der veränderten Ausführung daraufhin im Vorjahr ein neuen Bauantrag stellen. Jetzt ist eine Fertigstellung Mitte 2019 anvisiert, wie Matthias Beinlich von Carloft erklärt. Er wird künftig für die noch in Gründung befindliche Hotel-Betriebsgesellschaft verantwortlich sein.

An der Grundidee wird nicht gerüttelt: Carloft (Hauptstandort ist Berlin) plant, dass die Hotelgäste mit ihrem Auto dank eines patentgeschützten Aufzugsystems direkt bis vor das Schlafzimmer fahren können. Allerdings soll die Zahl dieser sogenannten Carsuiten reduziert werden. Bei insgesamt 202 Zimmern waren zu Beginn 34 davon vorgesehen, jetzt seien es 26, so Beinlich. Bei den Autoaufzügen will man sich mit drei statt vier zufrieden geben.

Gestrichen wurde der 800 Quadratmeter große Showroom für Elektromobilität im Erdgeschoss. Trotz umfangreichen Verhandlungen mit großen Autoherstellern sei hierbei kein Ergebnis erzielt worden, hieß es vom Investor in der Bezirksvertretung 2. Komplett ad acta gelegt sei das Thema allerdings nicht, es soll mehrere Ladestationen geben, auch eine Kooperation mit den Stadtwerken, die in unmittelbarer Nachbarschaft ihre Zentrale haben, sei angestrebt. Was genau jetzt ins Erdgeschoss kommen soll, stehe noch nicht fest, sagt Beinlich. "Wir stehen in Verhandlungen, aber noch ist nichts spruchreif. Sobald diese abgeschlossen sind, werden wir hierüber Auskunft erteilen."

Ein echtes Highlight, auch für Besucher aus dem Stadtteil, werde die Gastronomie mit Bar, Lounge und Terrasse in der obersten der sieben Etagen werden, verspricht Beinlich. Eine von der Politik angeregte Tiefgarage kann wegen der unterirdischen Leitungstrassen allerdings nicht realisiert werden, so dass es zusätzliche oberirdische Parkplätze geben wird. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 28 Millionen Euro, bestätigt Beinlich.

(arc)