Unterbilk: Fest der Kulturen in Unterbilk

Unterbilk : Fest der Kulturen in Unterbilk

Es gab Salsa-Tanzaufführungen, wurden russische Chorlieder gesungen und zu afrikanischen Rhythmen getanzt. Auf dem Siegplatz in Unterbilk trafen sich Jung auf Alt in einer internationalen Atmosphäre.

Die Plätze im Saal des Hans-Reymann-Hauses waren komplett besetzt, hinter den Stuhlreihen standen die Zuschauer dicht gedrängt. Durch den Raum schallten fremde Klänge: Der Deutsch-Iranische Musikverein spielte landestypische Lieder – und so mancher Fuß wippte dazu mit.

Beim ersten "Fest der Kulturen und Generationen" feierten die "Zentren plus" der Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Zusammentreffen von Menschen jedes Alters und jeder Nationalität. "Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen", sagte die Leiterin des "Zentrum plus" in Unterbilk, Inge Wehrmeister. "Nach anfänglicher Skepsis rückte man zusammen, und die Senioren wurden neugierig auf die fremden Kulturen, deren Bräuche und deren Musik."

Schon immer gespannt

Auch den neuen, exotischen Geschmacksnoten am Buffet konnten sich nur wenige Besucher entziehen. Anneliese Prockmann schwankte zwischen türkischem Bulgursalat und dem iranischen Oliviek. "Ich kannte solche Dinge nur vom Hören und war schon immer gespannt, wie dieses Essen wohl schmeckt", sagt die 82-Jährige. "In meinem Alter kommt man mit Menschen fremder Länder ja kaum richtig in Berührung und allein in ein türkisches oder iranisches Restaurant traue ich mich."

So stand im Mittelpunkt des Festes dann auch genau diese Begegnung. "Wir hätten einen ganzen Tag für das Fest einplanen sollen, nicht nur knapp drei Stunden", sagt Wehrmeister. "Die Zeit ist viel zu kurz für ausführliche Gespräche mit unseren Gästen und auch ein noch größeres Bühnenprogramm würde sicher gut ankommen." Wilhelm Kranach war nur durch Zufall am Siegplatz vorbei gekommen, auf dem sich verschiedene Organisationen präsentierten. "Ich habe die vielen Stände gesehen und ein wenig Musik gehört, da dachte ich, ich schau mir das Spektakel mal an", sagt der 78-Jährige. "Wir Senioren haben nicht allzu oft die Gelegenheit, einmal unter Leute zu kommen. Und wenn, dann geht es selten so lebendig zu wie heute hier auf dem Siegplatz."

Acht Zentren plus, über das Düsseldorfer Stadtgebiet verteilt, betreibt die Awo. Das Angebot für Menschen ab 55 umfasst sowohl Sprachkurse, Kaffeekränzchen und Ausflüge als auch soziale Beratung, Selbsthilfegruppen und Aufklärungsgespräche zu unterschiedlichen Themen. Das Fest der Kulturen wird ehrenamtlich organisiert, die wenigen anfallenden Kosten werden durch die (sehr günstigen) Preise für Getränke und Speisen gedeckt.

(KEN)
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