1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile

Hafen: Exklusiver Büroneubau für den Hafen

Hafen : Exklusiver Büroneubau für den Hafen

Die Mavis Brand Group will ihre Zentrale an die Bremer Straße verlegen. SPD kritisiert Abbau der Ursprungsnutzung.

Der Hafen soll an der Bremer Straße ein modernes, architektonisch auffälliges Bürohaus erhalten. Die Mavis Brand Group mit Verwaltungssitz an der nahen Plange Mühle, die sich auf Markenberatung und Produktentwicklung spezialisiert hat, beabsichtigt, ihre verschiedenen Standorte in der Stadt zusammenzuziehen und in einem ausgefallenen, repräsentativen Neubau Domizil zu nehmen.

Der Mavis-Neubau fällt durch seine kubische Bauweise ins Auge: Das Obergeschoss ruht als separater Baukörper diagonal sowie überspringend auf dem Fundament des Erdgeschosses. Weil der umgebende Bereich bislang noch als Sondergebiet ausschließlich für Hafennutzung ausgewiesen ist, waren die Mitglieder der Bezirksvertretung 3 bei der Vorstellung des Projekts aufgefordert, der nötigen Befreiung von dieser Vorgabe zuzustimmen. Die Umwidmung des Gebietes in ein allgemeines Gewerbegebiet mit der erforderlichen Änderung des Bebauungsplans wird derzeit von der Verwaltung vorbereitet.

Doch gab es Widerstand seitens der SPD, die einmal mehr die Aufgabe der Hafennutzung für andere gewerbliche Zwecke monierte. Einem weiteren Bürogebäude könne man nicht zustimmen angesichts der Tatsache, dass dem Land Nordrhein-Westfalen 325 Hektar Gelände für Hafennutzung fehlten, erklärte Gerd Deihle (SPD). "Die Holländer bauen ihre Häfen unter anderem an der Maas aus, damit die Kapazitäten auf dem Wasser besser genutzt werden können. Wir werden stattdessen bald riesige Lkw-Schlangen auf allen Brücken haben, weil zu wenig Hafenfläche da ist", so Deihle. Das sei unverantwortlich angesichts einer zu erwartenden Zunahme der Gütertransporte um 50 Prozent. "In 20 Jahren, wenn klar ist, dass diese Hafenflächen doch gebraucht werden, müssen wir dann viel Geld in die Hand nehmen, um diese Betriebe wieder da raus zu bringen", prognostizierte Deihle.

  • 280922
Hans-Böckler-Stifung und ehemaliges DGB Haus,
    Stadtplanung in Düsseldorf : Neuer Hochhaus-Plan für den Kennedydamm
  • Anton (v.r.), Leonardo und David üben
    Sport in der Landeshauptstadt : Ein Besuch beim ersten Special Hockey-Team Düsseldorfs
  • Düsseldorf-Flingern : Betrunkener E-Bikefahrer bei Unfall schwer verletzt
  • Der jüngste Raubüberfall geschah in der
    Raubdelikte in Mönchengladbach : Werden die Taten brutaler und rücksichtsloser?
  • Pegel sind deutlich gestiegen : Unser Rhein ist endlich wieder ein Strom
  • 13.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Transportschiff fährt
    Marode Wahrzeichen : Wie Düsseldorf um seine Rheinbrücken bangt

Wie in der Sitzung bekanntwurde, hat es über das Bauprojekt Gespräche mit der Neuss-Düsseldorfer Hafengesellschaft gegeben. Und die habe signalisiert, dass keine Einwände gegen das Projekt bestünden, berichtete Matthias Köne vom Bauaufsichtsamt, der das Projekt vorstellte. Man benötige den betreffenden Standort nicht für den Hafenumschlag, habe es geheißen. Fragen hatten die BV-Mitglieder indes zur Realisierung des Neubaus.

Wie Köne ausführte, sollen rund um den Baukörper Flächen für einen begrenzten Anlieferungsverkehr angelegt werden, weil 585 Quadratmeter im Erdgeschoss als Produktionsfläche vorgesehen seien. Eine Beeinträchtigung des Umfeldes, namentlich der nahen Strände, sei nicht zu befürchten, weil der zu erwartende Produktionslärm relativ gering sei und kaum aus dem Gebäude herausdringen. Außerdem sei für die übrigen Flächen eine gesonderte Grüngestaltung geplant. Auf die Anfrage der Grünen, wie es um die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bestellt sei, verwies Köne auf eine nahe Bushaltestelle sowie die benachbarte S-Bahn-Strecke. "Außerdem sind die Radwegeverbindungen auch zur Innenstadt ideal." Die Bezirksvertretung genehmigte das Projekt schließlich mehrheitlich.

(RP)