Eller: Wenn 16 Bands in 16 Kneipen spielen

Eller: Wenn 16 Bands in 16 Kneipen spielen

Für neun Euro Eintritt wurde am Samstagabend in Eller viel geboten. Die Bands spielten Rock, Pop, Neue Deutsche Welle und Schlager - mehr als 1500 Karten wurden im Vorfeld verkauft.

Frank Müller freute sich riesig. "Ich bin ganz besonders stolz, dass, nach langem hin und her, Michael und Norman den Weg zu uns gefunden haben", erklärt der Wirt des Eller "Wohnzimmers" Zu den Linden. Müller war einer der 16 Wirte, die ihre Lokalität für eine der 16 Bands der vierten Kneipentour Eller zur Verfügung stellten. "Michael war meine erste Wahl" so Müller.

Michael Pape war mit seiner Oldie- und Schlager-Show nicht nur Teil des toeffte-Duos, sondern auch Cheforganisator des großen Musikfestivals. "Ich möchte den Gastronomen nach dem Rauchverbot den Rücken stärken und den Musikern Auftrittsgelegenheiten geben", so Pape. "Ich habe mir vorher jede Location angeschaut und den Wirten Vorschläge gemacht, welche Band bei ihnen spielen könnte." Einfach war das nicht, denn im Laufe eines Jahres bewerben sich bei ihm gut 100 Bands, um ihr Können in Eller unter Beweis zu stellen.

Diesmal wurden Bands mit den musikalischen Schwerpunkten Rock, Pop, Krautrock, Neue Deutsche Welle, Schlager, Acoustic Pop, Country und Folk gebucht. Mitmachen kann jeder Wirt, sofern er am Kneipentourabend nur den Gästen den Zutritt gestattet, die für neun Euro das Kneipentour-Ticket erworben haben. "Die Bands kommen aus Düsseldorf und der Umgebung. Musiker von außerhalb können und wollen wir uns nicht leisten, weil wir Anreise und Übernachtungskosten von den neun Euro Eintritt nicht finanzieren könnten", erläutert Pape. "Ich denke, dass wir genauso viele Tickets wie im Vorjahr verkauft haben. Da waren es 1500. Aber genau kann ich das erst in ein paar Tagen sagen."

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Und so waren viele Leute am Samstagabend auf Ellers Straßen unterwegs, die zu Fuß, per Rad oder in den beiden Shuttle-Bussen, in denen übrigens die "Hochhaus Freunde" jammten, von Kneipe zu Kneipe zogen. "Für neun Euro sieben Stunden Musik geboten zu bekommen und dabei viele verschiedene Bands hören zu können, das ist ein Schnäppchen", meinte Michael Becker, der aus Pempelfort zur Kneipentour gekommen war. Meist waren Cover-Bands am Start, die Hits aus den letzten 50 Jahren interpretierten, so dass es eine hohe Mitsing-Garantie gab.

Wobei man einigen das Mitsing-Gen gar nicht ansah. So waren beim toeffte-Duo drei Herren in eher hartem Motorrad-Outfit direkt beim Auftaktsong "Have you ever seen the rain", von Creedence Clearwater Revival 1970 komponiert, direkt lauthals mit von der Partie. Sowieso war die Stimmung sehr gut und entspannt. "Ich habe nichts Negatives gehört. Dann müssen ja alle Gastronomen und alle Kapellen zufrieden sein", resümierte Pape lächelnd. Viele Musikgruppen hatten sichtlich Spaß an ihrem Tun und kamen authentisch rüber. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Musiker oft nicht wesentlich jünger waren als die Songs, die sie spielten.

Bei Pape war das genauso. Und er erfüllte den Auftrag seines Wirts. "Ihr dürft mitsingen, klatschen, tanzen. Lasst es krachen", hatte Müller bei der Vorstellung seiner Kneipentour-Musiker gesagt. Zugegeben: Dass mit dem Tanzen war in der Kneipe mit der Fläche eines mittelgroßen Wohnzimmers schwer, aber das Mitsingen und Klatschen funktionierte prächtig. Und bei dem alten Rock'n Roll-Klassiker "Blue Suede Shoes" von Carl Perkins aus dem Jahr 1955 wippten die Kneipentour-Gänger freudig mit allem, was das Bierchen in der Hand nicht zum Überschwappen brachte.

(RP)