Eller : Vom Schwimmhöschen des Dirk Elbers

Der Düsseldorfer OB besucht die Baustelle des Wasserspielplatzes in Eller. Das mag nostalgische Gründe haben, allerdings kommt es im Wahlkampf gut, wenn man sich für Kinder einsetzt. Das wissen auch die Bezirkspolitiker.

Ja gut, es ist bald Wahl. Und natürlich gibt es wenige Sachen, bei denen man auf der sicheren Seite ist, bei denen man also die uneingeschränkte Unterstützung aller Wählermilieus findet — wie beim Spielplatzbau. Spielplätze sind für Kinder, Kinder findet jeder irgendwie gut. Dirk Elbers weiß das, und auch die örtlichen Parteifreunde des OB sind sich dessen bewusst, als sie auf der Baustelle des Wasserspielplatzes am Schloss Eller stehen. Schade, dass es wie aus Eimern schüttet, die CDU-Vorsitzende Dagmar von Dahlen friert ein bisschen. Bezirksvorsteher Gerwald van Leyen hält sich aber wacker, und als Dirk Elbers schließlich kommt, ist der Schauer ja auch vorüber. "Da geht in deinem Heimatstadtteil die Sonne auf", sagt Bezirksstellenleiter und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth ohne einen Anflug von Ironie. Elbers freut sich.

Die Baustelle ist noch übersichtlich, bisher wurden ja auch lediglich die alten Geräte entfernt und ein paar Vorarbeiten geleistet, ein kleiner Kettenbagger steht herum, drei Arbeiter in grünen Overalls haben sich hinter das Toilettenhäuschen verzogen, während Elbers alle mit Handschlag begrüßt. Der OB schaltet in den "Offizielle-Rede-Modus", die Anwesenden bilden einen Halbkreis und nicken andächtig, viele Spielplätze wurden erneuert, jedes Jahr werden 820 000 Euro in den Spielplatzbau investiert, sagt Elbers. Für die Maßnahme in Eller sind insgesamt 367 000 Euro veranschlagt. 250 000 Euro fließen aus Mitteln des Masterplans Kinderspielplätze. In die Erneuerung des Toiletten- und Technikgebäudes werden zusätzlich 117 000 Euro investiert. Irgendwer hat Fotos des alten Wasserspielplatzes aufgehängt, die Elbers nun sieht. Als kleiner Junge habe er auch hier gespielt, sagt er, geht auf das Bild zu, zeigt auf einen Jungen. "Das da bin sicher ich. Da ziehe ich dem, der über mir klettert, die Beine weg, weil der auch OB werden will", sagt er. "Wir hatten ja nicht viel damals. Da ging man gern hierhin." Er läuft um das Toilettenhäuschen, lässt sich von seiner zuständigen Dezernentin Helga Stulgies den Bauplan erklären. Wasserlandschaft, Rinnensystem, Matschbereich, "schön, schön", sagt Elbers und steuert zielbewusst den Bagger an. Ein Arbeiter schmeißt das Gerät an, der OB setzt sich hinein und lässt sich anweisen. Vorsichtshalber verlassen seine Parteifreunde den Schwenkbereich, was aber nicht wirklich nötig ist. Nach einigen kleineren Schwierigkeiten kratzt Elbers ein bisschen Kies vom Boden — was als symbolischer Spatenstich reichen muss. "Das muss man schon ein bisschen üben", sagt er, als er aussteigt.

Ja und nun? Eigentlich war es das dann auch. Die Elleraner SPD wird später ein Papier herumschicken. "Wenn sich heute der Herr Oberbürgermeister über den Spatenstich freut, sollte er nicht versäumen zu erwähnen, dass die Stadt nicht bereit war, das Technikgebäude mit Toilettenanlage aus gesamtstädtischen Mitteln zu finanzieren", lässt sich Herbert Prickler zitieren. Auf dem Gelände mahnt er noch an, dass bei der Bepflanzung möglichst ungiftige Pflanzen Verwendung finden sollen. Doch angesichts des lustigen OB wirkt Prickler wie der Miesmacher vom Dienst. Sein früherer Parteichef Franz Müntefering hat gesagt, Opposition ist scheiße. Wer Prickler sieht, glaubt das sofort.

Elbers ist weg. Das Jackett ist ein bisschen staubig geworden. "Im Sommer müsst ihr fertig sein, dann komm ich mit meinem Schwimmhöschen zurück", ruft er den Arbeitern zu. Siegessicher.

(RP)