Eller/Wersten: Verwaltung will keine Lärmmessungen in Eller

Eller/Wersten: Verwaltung will keine Lärmmessungen in Eller

Die CDU ist empört: Stadt und Politik hätten eine Fürsorgepflicht für die Anwohner des Abstellbahnhofs.

Für Unruhe sorgt eine Beschlussvorlage, die heute auf der Tagesordnung des Umweltausschusses steht: Wenn es nach der Verwaltung geht, sollen die Ausschussmitglieder keine zusätzlichen Luftqualitäts- und Schallimmissionsmessungen im Umfeld des Abstellbahnhofs zum Beispiel am Speyerweg beschließen. "Die Vorlage finde ich empörend", sagt Dagmar von Dahlen, Ratsfrau und Vorsitzende der CDU Eller. Ihrer Meinung nach setzt sich die Stadt über die "Fürsorgepflicht für ihre Bewohner hinweg", sagt sie. Rats- und Parteikollege Dieter Reinold ist außer sich. Er hat gestern Abend noch mit Anwohnern gesprochen, "inzwischen können zwei Spielplätze im Wohngebiet nicht mehr regelmäßig genutzt werden", sagt er. Weil die Luft zu oft voller Diesel-Abgase sei.

Wegen der zahlreichen und seit Monaten zunehmenden Beschwerden aus den Stadtbezirken 3, 8 und 9 hat die BV 8 vor Weihnachten noch parteiübergreifend eine Anregung zu einer solchen Messung an die Verwaltung gegeben mit der Bitte, das Thema im Umweltausschuss zu behandeln. Eine Luft- und Lärmmessung außerhalb des Bahngeländes und somit direkt bei den Anwohnern ließe auch eine faktenbasierte Verhandlungsposition gegenüber der Bahn zu, sagt die CDU. Denn unabhängig von der Rechtskräftigkeit des bayerischen Verfahrens, das sich noch Jahre hinziehen kann, "sehe ich es als Aufgabe der Politik an, wieder gesunde Wohnverhältnisse im Umfeld dieser Anlage zu schaffen", sagt Christian Rütz (CDU). Unterstützung bekommen die Christdemokraten von den Grünen, bei denen die Beschlussvorlage ebenfalls auf Unmut stößt.

  • Eller : Politik fordert Lärmmessungen
  • Wersten/Eller : Politik fordert Lärmmessungen

Die bislang fraktions- und funktionsübergreifend getätigten Bemühungen von Stadt und örtlicher Politik zur Verbesserung der Situation haben keinen durchgreifenden Erfolg gezeigt. Die Abläufe in der Anlage seien nur geringfügig geändert worden, so Rütz. Eine von Andreas Rimkus (SPD) ins Gespräch gebrachte Lärmschutzwand wird nach Mitteilung der Stadt wahrscheinlich nicht errichtet, und angekündigte Bepflanzungen allein würden die Lärm- und Abgasproblematik nicht nachhaltig minimieren. Die CDU ist überzeugt, dass im Fachamt technisches Equipment vorhanden und der notwendige Sachverstand gegeben seien. Außerdem habe die Stadt auch an anderer Stelle, zum Beispiel an der Güterbahnstrecke Rath-Eller Eigenmessungen beauftragt.

Es sei bislang nicht einmal versucht worden, durch den Anlagenbetreiber eine Genehmigung für Messungen auch auf dem Gelände des Abstellbahnhofs zu erhalten. "Und selbst wenn Deutsche Bahn und Eisenbahnbundesamt eine Messung ablehnten, ließen sich hinreichend valide Daten auch durch eine Außenmessung gewinnen", sagt Christian Rütz.

(RP)