Bürgerwerkstatt : Bürger dürfen bei Grüngestaltung mitreden

Im Stadtbezirk 8 wurde bei einer Bürgerwerkstatt über den Grünordnungsrahmenplan diskutiert. 

Sie dürfen den Blick durch die grüne Brille wagen und können Ideen für den Stadtbezirk 8 formulieren. Zu einer Bürgerwerkstatt lud jetzt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt ein. „Wir gehen mit ihnen gemeinsam in die zweite Stufe der Planung“, erklärt Gartenamtsleiterin Doris Törkel. Der Grünordnungsrahmenplan für Vennhausen, Eller, Unterbach und Lierenfeld soll Strategien für die Entwicklung der Grünanlagen und -verbindungen, für Spielplätze, Kleingartenanlagen, Bachufer und Stadtplätze aufzeigen. Dafür stellten die Stadtteilpolitiker im März bereits 30.000 Euro zur Verfügung. 2019 sollen dann auch Ergebnisse vorliegen. Die Ideen der Bürgerwerkstatt fließen in die Planung ein. Ein weiterer Bürgerworkshop ist außerdem im Frühjahr vorgesehen.

Der ersten Beteiligung folgten jetzt hauptsächlich Mandatsträger und Mitglieder der Bezirksvertretung. „Mich interessieren beispielsweise die Kleingärten“, sagt Rainer Millauer. An vier großen Tischen gab es Gelegenheit zum Austausch über das Stadtgrün in den einzelnen Stadtteilen. Gerd Aufmkolk vom Büro für Landschaftsarchitektur, Umweltmanagement und Stadtgestaltung („WGF“) aus Nürnberg, das mit den Planungen beauftragt ist, gab einen ersten Überblick seiner Bestandsaufnahmen im Spätsommer: „Viele Straßen haben Bäume, das ist so nicht selbstverständlich“, sagt er. Große Wohngebiete mit privaten Grünflächen und Hausgärten seien zu finden, eine hohe Spielplatzdichte obendrein und neben den historischen alten Gärten wie dem Schlosspark Eller mit tollem, alten Baumbestand, auch eine Reihe kleiner Parks.

„Die Kleingärten haben hier Wege zum Durchgehen, sie sind Oasen in der Stadt“, stellt der Landschaftsarchitekt fest. Düssel, Eselsbach und der Unterbacher See prägen die Landschaft außerdem als markante Gewässer. Er lobt den Mix aus Landschaft und Anbindung an die Stadt. „Der belebte Getrudisplatz in Eller ist für uns ein schönes Beispiel“, sagt der Experte. Belastungen sieht das Team durch die A 46, die eine Barriere bilde und zukünftig durch Lärmschutzwände für die Trasse des RRX. Aspekte, die in den Planungen eine Rolle spielen.

„Wir fühlen uns bei den bestehenden Anlagen nicht wirklich betreut“, stellt ein Bürger aus Unterbach fest. Kritik zur Grünpflege, die von verschiedenen Seiten kommt. „Die berechtigte Klage von Bürgern über den Unterhaltungszustand halten wir fest“, sagt Planer Gerd Aufmkolk. Dass Baumscheibenpaten an manchen Stellen selber aktiv werden, kommt als weiterer Vorschlag aus den Reihen der Besucher. Bestehendes in einem guten Zustand erhalten, dieses Anliegen beschäftigt auch die Planer. „Wir möchten das Wissen aus ihren Stadtteilen nutzen“, verspricht der Landschaftsarchitekt. Ergebnisse sollen im Grünordnungsrahmenplan 2019 vorliegen.

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