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Neubauprojekt in Düsseldorf-Eller: Der Abriss des Bleiwalzwerks ist besiegelt

Bauen in Düsseldorf : Das Ende des Bleiwalzwerks steht fest

An der Ludwigshafener Straße werden zwölf Mehrfamilienhäuser gebaut. Denkmalschützer bedauern, dass der alte Schornstein des 1881 eröffneten Werks nicht als Wahrzeischen für Klein-Eller erhalten bleibt.

Der Abriss des alten Bleiwalzwerks in Eller ist besiegelt. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 8 hatte eine Mehrheit des Gremiums dem Bauantrag zugestimmt – auf dem Gelände an der Ludwigshafener Straße sollen zwölf Mehrfamilienhäuser mit 61 Wohneinheiten entstehen. Schon seit Jahren gibt es Ideen für das Areal, auf dem 1881 Ludolph Poensgen sein Bleiwalzwerk eröffnete. Bleibleche, -rohre und -platten wurden dort für die boomende Bauwirtschaft hergestellt, bis in die 1960er Jahre hielt sich das Werk. Seitdem haben sich immer wieder wechselnde Kleinstbetriebe angesiedelt. Ein asiatisches Bordell soll sich dort auch einmal niedergelassen haben. Der Abriss der Hallen dürfte niemanden schmerzen, doch der zehn Meter hohe Schornstein hätte durchaus als Wahrzeichen und Erinnerung an die industrielle Geschichte in Klein-Eller erhalten bleiben könne, sagen Kritiker.

Im Bauantrag der Verwaltung war vom Schornstein allerdings keine Rede mehr, die Bezirksvertreter diskutierten in ihrer Sitzung zwar über das Vorhaben, es ging aber vor allem um das Handlungskonzept Wohnen, das nicht angewendet wird, weil der Bebauungsplan schon sehr alt ist. Die Stadt kann nur an den Investor appellieren, ihn aber nicht dazu verpflichten, preisgedämpften und sozialen Wohnraum zu schaffen. CDU, Grüne und FDP stimmten schließlich aber für den Bau der Häuser.

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Christian Rütz von der CDU will nun noch einmal nachfragen, wieso der Turm nicht im Bauantrag zumindest Erwähnung gefunden hat und ob es im Nachgang noch eine Möglichkeit gibt, ihn zu erhalten. Auch wenn er nie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Denn in den letzten 20 Jahren sind in Eller immer wieder historische – wenn auch nicht immer schöne – Bauwerke aus dem Stadtbild verschwunden. Diesmal trifft es das Industriedenkmal an der Ludwigshafener Straße.

Die geplanten Wohngebäude sollen in Verlängerung der bereits vorhandenen Stichstraße entstehen und bis zur Bahntrasse verlaufen. Weil die Gleisen in Zukunft auch vom Rhein-Ruhr-Express genutzt werden, wird die Bahn für einen entsprechenden Schallschutz sorgen. Entlang der Bahnstrecke sollen die Gebäude zwei bis drei Geschosse bekommen. Im weiteren Grundstücksverlauf reduzieren sich die Höhen. Die Flachdächer der Gebäude sollen extensiv begrünt werden, Ratsherr Burkhard Albes (SPD) fragte, ob neben der Dachbegrünung auch Photovoltaik-Elemente eingebaut werden könnten.