Eller: Mehr Farbe und Licht für den Bahnhof

Eller : Mehr Farbe und Licht für den Bahnhof

Bei der Mobilen Redaktion am S-Bahnhof Eller-Süd gab es viel Kritik von den Bürgern für die Haltestelle und gleichzeitig Lob für die Werbegemeinschaft, weil sie sich seit vielen Jahren für den Bahnhof einsetzt.

Schon eine gute Viertelstunde vor Start der Mobilen Redaktion ist Eva-Maria Döpp zum Stand der Rheinischen Post gekommen, der gestern Nachmittag am S-Bahnhof Eller-Süd aufgestellt wurde. "Ich will nichts verpassen", sagte sie, wohnt sie doch gleich um die Ecke und ist angewiesen auf die S-Bahnen. "Ich bin froh, dass es die Station hier gibt", sagte sie, wenngleich der Zustand schlimm sei. Zuletzt habe sogar ein Teppich auf dem Bahnsteig gelegen, sofort rief sie bei einer Hotline an, die auf einem Fahrplan vermerkt war, weil sie fürchtete, der Unrat könnte auf den Gleisen landen. "Dort konnte man mir aber nur etwas zu den Fahrzeiten sagen", erzählte Döpp. Anschließend versuchte sie es bei einem Schalter am Hauptbahnhof, "da hat es keinen interessiert". Das ist nur ein Beispiel von vielen gewesen, das gestern angesprochen wurde, "die Bahn drückt sich vor allem", sagte Herbert Prickler (SPD), zweiter stellvertretender Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 8.

Einig waren sich die Bürger bei der Mobilen Redaktion, dass der Bahnhof ein Problem mit der Sauberkeit hat. "Weil es verschiedene Zuständigkeiten gibt", sagte Susanne Ott (Grüne), zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Der Boden sei Sache der Stadt, um den Rest müsse sich die Bahn kümmern. "Eigentlich müsste hier täglich gereinigt werden", meinte Ott, in der Bezirksvertretung habe man immerhin einen erhöhten Reinigungsintervall erwirkt. Um die Entfernung von Graffiti im Tunnel kümmert sich seit Jahren die Werbegemeinschaft, dafür investieren die Händler und die Bezirksvertretung jährlich rund 5000 Euro. "Wir haben einen gewissen Anspruch an den Bahnhof", sagte Jürgen Hagendorn, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, "bei anderen ist der wohl aber höher". Hagendorn spielte auf die schlechte Bewertung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr an: "Warum investieren wir hier überhaupt, wenn das nicht gewürdigt wird?"

Viel Zuspruch gab es aber von den Elleranern für den Einsatz, "ich finde es ganz toll, was die Werbegemeinschaft hier leistet", sagte Ingeborg Schröder etwa. "Nur schade, dass es nie so lange sauber bleibt." Der Ratsherr für Eller, Harald Walter, wünschte sich ein bisschen mehr Eigeninitiative von den Bürgern, schlug dann vor, die Wand künstlerisch zu gestalten. Dazu hatte er noch kurz vor der Mobilen Redaktion ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, Martin Volkenrath (SPD), der sich jetzt mit der Bahn in Verbindung setzen will, um schnell eine Genehmigung dafür zu bekommen. "Wenn die Wände hell und freundlich gestaltet sind, werden sie auch nicht mehr so häufig beschmiert", sagte Walter.

Hell und freundlich - zwei Stichworte, die auch noch in einem anderen Zusammenhang fielen. Zu schlecht seien die Wege zum Bahnhof beleuchtet. Und die wenigen Lampen, die montiert sind, werden von Ästen verdeckt. Weil aber für den geplanten Rhein-Ruhr-Express (RRX) auch der Bahnhof Eller-Süd umgebaut werden muss - ein zusätzliches Gleis soll er bekommen - "ist hier alles ein Provisorium", sagte Markus Dreist von der SPD, der zumindest eine Verbesserung auf der Seite der Konradstraße durch verschiedene Anträge durchsetzen konnte, weil dort keine Umbaumaßnahmen anstehen. Licht soll es also geben, und die Fahrrädhäuschen würden repariert. Susanne Busenbender wohnt an der Karlsruher Straße und trägt immer ein Pfefferspray bei sich. Sie hat Angst vor Überfällen, "ich fände es gut, wenn es eine Videoanlage an den Eingängen geben würde". Ähnlich sah das Karl-Heinz Bütow, "so könnten Vandalismus und Angriffe verfolgt werden", meinte er. Zuletzt hatte es am 2. Oktober vergangenen Jahres einen Vorfall am Bahnhof gegeben, die gefährliche Körperverletzung ist aber bis heute ungeklärt geblieben. Kameras würden in Susanne Otts Augen nicht helfen, "da Taten nicht nur gefilmt, sondern auch verfolgt werden müssen".

Schließlich wurde die Barrierefreiheit thematisiert, Ralf Thonemann zum Beispiel ärgert sich regelmäßig über den defekten Aufzug. Weil er auf einen Rollstuhl angewiesen ist, muss er auf umliegende Stationen ausweichen, verliert viel Zeit. Neben einer zuverlässigen und schnellen Reparatur wünscht er sich auch eine bessere Kommunikation. "Es müsste eine Information in den Verkehrsapps geben", sagte er.

(RP)