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Kommunalwahl 2020 in Düsseldorf: In der Bezirksvertretung 8 gibt es viele Abschiede

Politik in Düsseldorf : In der Bezirksvertretung 8 gibt es viele Abschiede

Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen und sein Stellvertreter Herbert Prickler werden nicht mehr für das Gremium kandidieren. Der eine sagt, dass elf Jahre Chef im Rathaus in Eller würden reichen. Der andere hat ganz gebrochen mit seiner Partei. Ein Überblick.

Wenn Gerwald van Leyen eine Entscheidung trifft, dann ist er konsequent dabei. Halbe Sachen kommen bei ihm nicht infrage. Auf den Zuschauerplätzen wird man ihn nicht mehr sehen im Eller Rathaus nach der Kommunalwahl am 13. September. Mehr als zehn Jahre ist van Leyen Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 8 gewesen, „es war schön, interessant, aber jetzt ist es gut“, sagt der CDU-Politiker aus Unterbach. Für die Position würde dann Dagmar von Dahlen kandidieren, die auf Platz 1 bei der CDU im Stadtbezirk gelistet ist. Dahinter kommen Christian Rütz, Jens Barkemeyer, Konrad Wedekind, Renate Fuchs, Annkatrin Zotter und Dieter Reinold. Sieben Sitze hatte die CDU nach der letzten Wahl im Eller Rathaus, stärkste Fraktion war mit acht Sitzen die SPD.

Um eine Mehrheit zu bekommen, mussten die Christdemokraten mit den Grünen und der FDP kooperieren. Ob diese Zusammenarbeit wieder zustande kommt, das bezweifelt Bodo Schadrack (FDP), auch wenn sie gut gewesen sei. „Die AfD wird sicher ins Gremium einziehen“, sagt Schadrack, „da werden vermutlich CDU und SPD Sitze abgeben müssen.“ Schadrack ist bis zuletzt Einzelkämpfer gewesen im Stadtbezirk 8, er ist von seiner Partei wieder auf Platz eins gelistet worden. Karsten Dröges und Norbert Fuchs stehen auf Platz zwei und drei.

Mit großen Erwartungen gehen die Grünen im Stadtbezirk 8 in den Wahlkampf. Bei der Europawahl 2019 gab es fast ein Viertel aller Stimmen, die Grünen waren in Eller, Lierenfeld und Vennhausen stärkste Partei. „Unser Ziel sind mehr Sitze im Gremium“, sagt Holger-Michael Arndt, der an zweiter Stelle von den Grünen im Stadtbezirk 8 gelistet wurde. Susanne Ott, 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin (die das Amt auch nach dem 13. September gerne wieder übernehmen würde), ist auf Platz eins, Birgit Sieger und Arno Römer stehen auf Platz drei und vier.

Herbert Prickler war nicht zufrieden mit der SPD. Foto: Endermann, Andreas (end)

Die meisten Veränderungen wird es wohl in der SPD geben. Wolfgang Weber und Petra Albrecht-Finklenburg kandidieren nicht mehr für Unterbach. Stattdessen will Wolfgang Leisgen für den Stadtteil ins Gremium einziehen, er ist auf Platz drei gelistet. An zweiter Stelle steht Claudia Albes, auf Platz eins Markus Dreist, der – sollte die SPD eine Mehrheit finden – auch Bezirksbürgermeister werden will. Bei der SPD wird es noch einen weiteren Abgang geben: Einen Tag nach der letzten Sitzung vor der Sommerpause, am 26. Juni, ist Herbert Prickler aus der Partei ausgetreten. Astrid Bönemann (Listenplatz vier) sagt, Prickler sei aus Altersgründen gegangen. Prickler selbst will nicht viel dazu sagen, mit dem Alter habe seine Entscheidung aber nichts zu tun gehabt. „Ich war nicht mehr zufrieden“, sagt der 67-Jährige. Einmal mehr hat es offenbar Unstimmigkeiten gegeben in der SPD im Stadtbezirk 8 – im Juli 2018 wurde Petra Reidt-Schmidt aus der Fraktion ausgeschlossen. (Die weiteren Kandidaten der SPD: 5. Burkhard Albes, 6. Julia Uhlig, 7. Robin Albes, 8. Tobieas Gobiet).

Lutz Pfundner macht Platz für einen jungen Nachfolger. Foto: Arne Lieb

Schließlich werden sich die Menschen im Stadtbezirk 8 auch von Lutz Pfundner (Die Linke) verabschieden müssen. „Ich gehe stramm auf die 80 zu“, sagt Pfundner, der elf Jahre im Gremium saß. Dominic Dörr soll Pfundners Nachfolger werden. Politik will Lutz Pfundner trotzdem weiter machen und seine Erfahrungen weitergeben.