In Düsseldorf-Eller feiert ein Bündnis mit Bands und Musikern ein Fest gegen rechtes Gedankengut

Am Getrudisplatz : Eller feiert ein buntes Fest für Toleranz

Bands und Bürger zeigen am Gertrudisplatz Flagge gegen Rassismus und rechtes Gedankengut.

Als „Neumatic Parlo“ auf der Bühne kommt, wird es laut auf dem Gertrudisplatz in Eller. Die Düsseldorfer Band, die sich auf die Fahne geschrieben hat, mit ihren Soundcollagen die Grenzen des Psychedelic Rock neu zu definieren, ist eine von vier einheimischen Bands, die an diesem Nachmittag beim Nachbarschaftsfest des Bündnisses „Eller – tolerant und weltoffen. Antifaschistisches Bündnis“ auftritt. Bands und Bürger wollen hier gegen Rechtsnationalismus und Rassismus Flagge zeigen und gleichzeitig für Weltoffenheit, Respekt und Toleranz eintreten. „Rechtsextremismus macht sich leider in unserem Stadtteil Eller wieder breit. Dies ist nur schwer zu ertragen angesichts des Leids und Unrechts, das viele Menschen in der nationalsozialistischen Zeit widerfahren ist“, meint Doris Massong. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin des Welcome Points und Sprecherin für das Nachbarschaftsfest – auf Wunsch der beiden christlichen Kirchen. „Heute begegnet uns der Rechtsradikalismus wieder. Evangelische und katholische Kirche nehmen diese Entwicklung mit Erschrecken wahr und sehen sich in der Pflicht, sich damit kritisch auseinanderzusetzen.“

Eller wurde zuletzt durch einige Aktionen der „Bruderschaft Deutschland“ verunischert. Das Nachbarschaftsfest zeigte, dass in Eller jede Menge Menschen leben, die sich rechtem Gedankengut entgegen stellen und sich für Frieden, persönliche Freiheit, respektvollen Umgang miteinander und für Toleranz engagieren. „Wir wollen unser Bündnis auf eine möglichst breite Basis stellen und viele aus der Elleraner Gesellschaft einbeziehen. Deshalb feiern wir auch das Fest, um mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Lutz Pfundner. Er gehört genauso wie Astrid Bönemann zu den Gründungsmitgliedern von „Eller – tolerant und weltoffen“. „Wir wollen deutlich machen, dass es keine Sache von links gegen rechts ist, sondern, dass die ganze Bürgergesellschaft gegen Rassismus ist“, so Bönemann. Das zeige auch die Beteiligung des Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer“, des Bundes der Antifaschisten und des Wilhelm-Hermann-Riehl-Kollegs, die eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ist.

Damit es ein echtes Nachbarschaftsfest wurde, hatten sich die Zakk-Mitarbeiter Christine Brinkmann und Mischa Aschmoneit ausgiebig aus dem großen Fundus des Kulturvereins geschöpft und mit der Kabawil Family Band, Neumatic Parlo, Max Madje, David Hahn, Zara Akopyan und Grischa viele Bands sowie Einzelkünstler der unterschiedlichsten Musikrichtungen auf den Gertrudisplatz gelockt. „Das Zakk geht mit Veranstaltungen ja auch in die Stadtteile“, sagt Zimmermann. „Wir wollen da intervenieren, wo es nötig ist.“ Dass eine Intervention nötig ist, sahen auch die Düsseldorfer Grünen-Vorsitzende Paula Elsholz und der SPD-Bundestagsabgeordneter Andreas Rimkus so. Beide waren unter den Besuchern. „Es macht Mut, dass sich die Bürgerschaft in Eller so aktiv zeigt und sich Menschen zusammenschließen und sagen: Wir überlassen Eller nicht den Rechten“, meint Rimkus.

Bei dem Nachbarschaftsfest des Bündnisses blieb übrigens alles friedlich. Rechte Gegendemonstranten wurden nicht gesichtet.

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