Eller: Futsal ist wie Fußball mit Showeffekten

Eller : Futsal ist wie Fußball mit Showeffekten

Die neu gegründete Mannschaft des TSV Toro Eller ist in der 3. Liga ungeschlagen und strotzt vor Selbstbewusstsein. Der Teamgeist ist sehr ausgeprägt, der Spaß am Spiel steht im Vordergrund. Heute steigt die Partie gegen Fortuna II.

Die Futsaler des TSV Toro Eller 04 haben fast kindlichen Spaß an ihrem Spiel. Scherzend kommen sie in die kleine Sporthalle der Grundschule an der Leuthenstraße, gruppieren sich zum Trainingsauftakt um den Ball und lassen ihn dann mit großer Freude artistisch durch ihre Reihen tanzen. Auch später in einem kleinen Trainingsspielchen zeigen sie, was sie an dem Spielgerät alles können. Allen voran Tarek Aksa: Der 22-jährige Marokkaner, der in Spanien aufwuchs und bis zu seinem neunten Lebensjahr bei Real Madrid kickte, führt den Ball eng am Fuß, läuft auf den Torwart zu, und lupft die Kugel mit der Hacke über seinen eigenen Kopf und den des Torhüters. Bevor der Ball wieder auf den Boden fällt, kickt er ihn elegant aus der Luft direkt ins Tor. Fast so wie seine Idole Ricardinho und der fünffache Weltmeister Falcao, die in den Futsal-Profi-Ligen in Spanien und Brasilien kicken.

"Tarek ist unser bester Techniker", schwärmt sein Mitspieler Aydin Kasirga (28). "Er wurde in die Westdeutsche Auswahl berufen und könnte sicher auch in der höchsten Futsal-Liga spielen. Einige andere Vereine wollten ihn abwerben. Er bleibt aber bei uns, weil wir alle echte Freunde sind." Dieser große Teamgeist und die Freude am gemeinsamen Spiel macht den TSV Toro aus.

Er stellt aktuell die jüngste Futsal-Mannschaft in der Stadt. Sie hat sich erst im Sommer als Abteilung bei Eller 04 gegründet. Daniel Simmes und Roberto Pomillo sind die Trainer und treibenden Kräfte. Die beiden 27-Jährigen kennen sich schon aus Schulzeiten, bestanden zusammen das Abitur und trainieren aktuell auch gemeinsam die A-Jugendfußballer bei Eller 04. Als 16-Jährige begannen sie mit Cageball, spielten als "Toro Bianco" in der Kölner Stadtliga mit und kamen irgendwann fast zwangsläufig zum Futsal. Sie sind fasziniert von den schönen Toren und tollen Dribblings, die aus Futsal eine große Show machen.

Im Fußball seien Schönheit und Erfolg nach Ansicht vieler Coaches nur schwer vereinbar. Sie würden den Jugendlichen Tricks als brotlose Kunst oft verbieten. "Das ist im Futsal ganz anders", sagt Simmes. "Zwar können auch schnelle Kombinationen zum Erfolg führen, doch werden gerade Tricks benötigt, um Erfolg haben zu können. Die besten Spieler sind nämlich die, die sich die Lücken auf dem Spielfeld mit Kabinettstückchen ertricksen können." Technik und Finesse seien die wichtigsten Tugenden. Der Ball ist beim Futsal kleiner als beim Fußball und durch eine dickere Schaumstoffschicht gepolstert, er springt deshalb nicht so stark.

Der TSV Toro hat sich viel vorgenommen, strebt den Einzug in die erste Liga an. In seiner ersten Saison startet er in der untersten Klasse, der dritten Liga. Dort hat er bislang alle Spiele gewonnen, ist aktuell Tabellenführer und schickt sich an, auf Anhieb in die zweithöchste Klasse aufzusteigen. Heute (14 Uhr, Hulda-Pankok-Gesamtschule, Brinkmannstraße) bestreitet er das Spitzenspiel gegen Fortuna Düsseldorf II.

Bis alles reibungslos funktioniert, bedarf es beim TSV Toro aber noch viel organisatorischer Arbeit: Die Macher sind auf der Suche nach Sponsoren, um die Kosten für die Halle, den Schiedsrichter, den Ligabetrieb und die Fahrtkosten aufbringen können. Außerdem ist die Sporthalle an der Leuthenstraße viel zu klein für Futsal. Den Spaß am Sport lassen sich die Futsaler dadurch aber nicht nehmen.

(RP)