Eller: Bürger sollen bei barrierefreiem Eller beteiligt werden

Umbau : Große Chance für ein barrierefreies Eller

Im Zuge des Umbaus der Haltestellen sollen auch die Gumbertstraße und die nähere Umgebung aufgewertet werden.

Eller soll nicht nur beim Thema Öffentlicher Nahverkehr barrierefrei sein. In Eller soll es, wenn es nach den Bezirksvertretern geht, auch weniger Lärm durch Flüsterasphalt und -gleise geben, der Stadtteil soll attraktiver für Radfahrer werden und, wenn man schon mal dabei ist, auch die Gumbertstraße soll von der Umbauplänen profitieren. Viele Anregungen haben die Mitglieder der Bezirksvertretung 8 der Stadt mit auf den Weg gegeben, als vor einem Jahr eine Machbarkeitsstudie für ein barrierefreies Eller vorgestellt wurde. Ein interfraktioneller Antrag ist zuletzt formuliert worden, in dem CDU, FDP, SPD, Grüne und Die Linke ihre Vorstellungen verdeutlichen, denn so manche Planung der Stadt will die Stadtteilpolitik nicht umgesetzt sehen.

Ausgangslage Seit einigen Jahren bauen Stadt und Rheinbahn sukzessive die Haltestellen barrierefrei um. Die Planungen dafür sind mal mehr, mal weniger umfangreich. Eller gehört dabei zu den komplizierteren Fällen, der Mischverkehr zwischen Schlesische Straße und Vennhauser Allee bereitet Probleme. Denn es fahren sowohl Hochflurbahnen der Linie U75 als auch Niederflurbahnen der Linie 705. Die Linien zu trennen, kommt für die Bezirksvertretung und die Werbegemeinschaft nicht in Frage, „die Fahrgastzahlen geben das auch nicht her“, sagt Christian Rütz von der CDU. Daraufhin sei eine Machbarkeitsstudie von der Stadt beauftragt worden, „die durchaus interessante Ansätze hat, aber auch viele Schwächen“, erklärt Rütz.

Ideen Die Bezirksvertretung will den Umbau der Hochbahnsteige nutzen, um die Gumbertstraße und die Umgebung aufzuwerten, barrierefrei zu gestalten und, sofern möglich, den Verkehr zu beruhigen. Dazu wünschen sich die Stadtteilpolitiker eine Bürgerbeteiligung – ähnliche Moderationsverfahren gab es an der Benderstraße in Gerresheim und in Flingern an der Birkenstraße. Statt eines Hochbahnsteigs unter der Brücke des S-Bahnhofs Eller-Mitte und vor der Post an der Gumbertstraße würden die Bezirksvertreter den Bahnsteig lieber an der Ecke Am Krahkamp sehen. Der Vorschlag in der Machbarkeitsstudie wird vor allem deshalb abgelehnt, weil „Fußgänger die Straße nicht mehr queren könnten, Gaststätten wie Palatini und Franz Ratte ihre Außenterrassen verlören und Parkplätze entfallen würden“, so Christian Rütz.

Haltestelle Jägerstraße An dieser Station würde die Verwaltung gerne Hochbahnsteig und Niederflurbahnsteig hintereinander legen. Das ist in den Augen der Bezirksvertretung nicht nur unpraktisch, für diese Maßnahme würden auch jede Menge Parkplätze wegfallen. „Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Haltestellen durch eine Gleisverschmelzung auf gleiche Höhe zu bringen“, sagt Rütz, eine ähnliche Lösung gebe es am Südpark. Der Nachteil: Diese Variante ist teuer und biete keinen Platz mehr für die Radverkehrsführung. So richtig glücklich sind die Stadtteilpolitiker mit keiner der beiden Vorschläge, würden die Verwaltung aber bitten, beide Varianten im Moderationsverfahren vorzustellen.

Haltestellen Am Hackenbruch und Alt-Eller Die Idee der Verwaltung, die Station Am Hackenbruch komplett aufzugeben, stößt in der BV auf wenig Gegenliebe. Die findet, dass Straßenbahnen und Busse dort weiter halten sollen. Die Haltestelle Alt-Eller sollte nicht verlegt werden – Stellplätze würden entfallen, die Kosten seien hoch und eine Radverkehrsführung wäre nicht möglich. Auch wenn der Erhalt der Haltestelle nicht optimal ist, da eine vollständige Barrierefreiheit nicht umsetzbar wäre, so würden sich doch die Kosten im Rahmen halten und es gäbe Platz für eine Radfahr-Lösung.

Lärm Die vielen geplanten Umbauten im Ortszentrum von Eller will die Bezirksvertretung zum Anlass nehmen, den Lärmschutz durch Flüstergleise und -asphalt zu verbessern, „die Haltestellen besser auszustatten, auch mit Video“, sagt Rütz, der bei der Deutschen Bahn für einen barrierefreien Umbau des S-Bahnhofs Eller-Mitte werben will, ebenso soll die Gumbertstraße zwischen Jägerstraße und Alt Eller verkehrsberuhigt werden.

So könnte der Hochbahnsteig am S-Bahnhof Eller-Mitte laut Machbarkeitsstudie aussehen. Foto: Lindschulte+Kloppe Ingenieurgesellschaft/Stadt Düsseldorf

Heutiger Stand Die Anregungen der zuständigen Stadtteilpolitiker werden von der Verwaltung im Augenblick geprüft, in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 8 ist bereits ein Haushaltsantrag verabschiedet worden, der unter anderem die Bereitstellung der nötigen Mittel für die Realisierung des Moderationsverfahrens vorsieht.
Zukunft Die Verwaltung plant, im ersten Halbjahr 2019 mit der Bürgerbeteiligung loszulegen. Außerdem soll die Rheinbahn bereits an einer Visualisierung der Verkehrssituation arbeiten. Schließlich fehlen noch Bedarfs- sowie Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss, die ebenfalls im kommenden Jahr auf der To-do-Liste stehen.

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