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Eller: Altes Burgtheater wird erstmal nicht abgerissen

Bezirksvertretung 8 : Altes Burgtheater wird erstmal nicht abgerissen

CDU und Grüne in der Bezirksvertretung 8 wollen kein grünes Licht für den Abbruch an der Gumbertstraße geben. Zu viele Fragen blieben offen.

Neun Jahre ist es her, als die Mitglieder der Bezirksvertretung 8 schon einmal über eine Bauvoranfrage für die Grundstücke mit den Hausnummern 151 und 153 an der Gumbertstraße diskutierten. Damals wollte ein Investor die Bestandsgebäude abreißen – in einem davon ist noch heute die Gaststätte Sarajevo beheimatet –, stattdessen ein drei- bis viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Die Stadtteilpolitiker winkten 2010 ohne größere Bedenken die Vorlage durch, die irgendwann im Sande verlief, wie die Zeit schließlich zeigte. Bis jetzt: Knapp neun Jahre später gibt es wieder eine Bauvoranfrage, eine unverbindliche Überprüfung, ob ein geplantes Projekt am Standort realisierbar ist. Anders als vor neun Jahren sind die Pläne diesmal aber nicht einfach von der Stadtteilpolitik abgesegnet worden, vor allem CDU und Grüne im Gremium hatte viele Fragen. Etwa, warum der notwendige Abriss der Vorderhäuser – anders als der der Hinterbebauung und anders als in der Bauvoranfrage für das Grundstück aus 2010 – nicht erwähnt ist. „Besteht in jedem Fall eine Zuständigkeit der Bezirksvertretung für einen Abrissantrag?“, fragte Christian Rütz (CDU), der dann auch noch wissen wollte, ob das Bauvorhaben der angeregten Verlegung der barrierefreien Straßenbahn-Haltestelle Eller Mitte in diesen Straßenabschnitt der Gumbertstraße im Wege stehen könnte, „auch unter Berücksichtigung der Zufahrt zu dem Hintergrundstück“, so Rütz. Susanne Ott (Grüne), zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, glaubt, „dass diese Planung die Verlegung fast unmöglich macht“.

Ein Investor will auf den Grundstücken entlang der Gumbertstraße zwei viergeschossige Wohn- und Geschäftshäuser mit Tiefgarage und Satteldach und im hinteren Teil der Fläche zwei ein- und zweigeschossige Wohngebäude errichten. Im Innenhof sollen dafür die bestehende Halle und ein Wohnhaus abgebrochen werden. Für die Pläne gibt die Verwaltung die denkmalrechtliche Erlaubnis, auch wenn die Geschichte der beiden Häuser bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. 1850 wurde das Haus 151 als eingeschossiges Wohnhaus gebaut, 16 Jahre später aufgestockt. In dieser Zeit entstand der etwas zurückgesetzte Festsaal, heute mit der Hausnummer 153. Ab 1940 wurden in dem Saal Filme gezeigt, Anfang der 1950er Jahre eröffnete dort das Burgtheater Eller, das am 18. Oktober 1952 mit dem Heimatfilm „Die Försterchristel“ den Betrieb aufnahm. Zwar liegen die Häuser im Denkmalpflegebereich, sind aber nicht schützenswert – zu diesem Schluss kam die Verwaltung bereits 2010, als die Bauvoranfrage schon einmal auf der Tagesordnung stand. Anders als damals meldeten CDU und Grüne jetzt Beratungsbedarf an, damit die Verwaltung die vielen offenen Punkte bis zur nächsten Sitzung nacharbeiten kann.