Düsseldorf: Zukunft von Schloss Eller ist ungewiss

Schlösser in Eller : Zukunft von Schloss Eller ist ungewiss

Die Stadttochter IDR denkt über eine andere Vermarktung nach, bestätigt aber nicht, dass sie das Schloss abstoßen will.

Seit Monaten halten sich Gerüchte, dass die hundertprozentige Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) Schloss Eller abstoßen will. 2008 hat die IDR die alte Wasserburg in Erbpacht übernommen, nachdem Verhandlungen mit der Provinzial gescheitert waren, die dort eigentlich ein Ausbildungszentrum eröffnen wollte. Offenbar sind seit dem Frühjahr 2019 immer wieder Interessenten auf dem Gelände gesehen worden, „die bei den Anwohnern geklingelt haben“, sagt CDU-Ratsfrau Dagmar von Dahlen, die im Mai schließlich eine Anfrage in der Bezirksvertretung 8 stellte. Eine Antwort hat sie jedoch nicht bekommen. Dass die Kosten für das Schloss extrem hoch sind, ist kein Geheimnis, „vielleicht rechnet sich das alles nicht“, mutmaßt von Dahlen.

Pächter des Schlosses ist derzeit Dirk Fröhlich von Finefood Catering, der seinen  Mietvertrag zum 30. Juni 2019 gekündigt hat. Seit Juli 2012 hat Fröhlich einen Vertrag mit der IDR, bespielt das Schloss, veranstaltet Hochzeiten, Geburtstage und Firmenevents. Als er den Kündigungswunsch äußerte, habe es schnell eine Übereinkunft gegeben mit der IDR, sagt Fröhlich, „wir haben jetzt eine unbefristete Nutzungsvereinbarung mit neunmonatiger Kündigungsfrist“. Sobald es also eine andere Lösung gebe für das Schloss, stünden keine Verträge im Weg. Gekündigt hatte Fröhlich, „weil es schwer geworden ist, seit die Compliance-Richtlinien eingeführt wurden“. Durch die hohen Mieten würde bei Veranstaltungen der Preis pro Gast bei 130 bis 150 Euro liegen, das überschreite bei vielen Firmen oftmals das Budget.

Wie es weitergeht mit dem Objekt, ist im Augenblick unklar. „Wir versuchen die Ertragslage des Schlosses zu optimieren“, sagt Manfred Kornfeld, kaufmännischer Vorstand der Stadttochter. „Das heißt, dass auch eine andere Vermarktung denkbar ist.“ Fest steht dagegen, dass die Stadt als Erbpachtgeberin bei allen Schritten und Entwicklungen zustimmen muss.

Für die Elleraner ist das Schloss etwas Besonderes, „ein Highlight im Stadtteil“, wie Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen es nennt. Zwischen 2008 und 2010 ist es aufwendig saniert worden, zu hoch seien die Kosten damals gewesen, heißt es. Dafür muss sich Heinrich Pröpper, der frühere Vorstand der IDR, mehr als sieben Jahre nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen noch einmal beim Oberlandesgericht (OLG) verantworten. Es geht um Mehrkosten von mehr als 2,5 Millionen Euro, die unter Pröppers Regie bei der Sanierung von Schloss Eller entstanden waren. Dafür soll Pröpper haften, weil er den Aufsichtsrat darüber nicht ordnungsgemäß informiert habe. Durch einen Vergleich hätte dieser Prozess vermieden werden können: Die Manager-Versicherung von Pröpper sollte demnach 700.000 Euro sowie Prozesskosten von rund 300.000 Euro tragen. Doch diesen Deal hat der Aufsichtsrat jetzt abgelehnt. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes muss das OLG nun prüfen, ob Behauptungen von Pröpper, die damaligen Aufseher hätten so oder so zugestimmt, zutreffend sein könnten. Unklar ist noch, ob damalige Aufsichtsräte wie der Ex-Oberbürgermeister Dirk Elbers nun in den Zeugenstand müssen.

Sollte das Schloss Eller tatsächlich einen neuen Betreiber bekommen, wird er an einige Bestandteile aus der Erbpacht übernehmen müssen. Etwa, dass der öffentlichkeit zehn Veranstaltungen im Jahr zur Verfügung stehen, die über die Bezirksvertretung 8 laufen. „Ein Termin gehört uns für den Neujahrsempfang, die übrigen neun haben wir dem Arbeitskreis Kultur zur Verfügung gestellt“, sagt Gerwald van Leyen, dem am liebsten wäre, dass alles so bleibt, wie es ist.