Benefizauktion in Düsseldorf Meckenstock versteigert „Schönes und Scheußliches“

Düsseldorf · Diese Auktion hat Kultstatus in Düsseldorf: Kabarettist Manes Meckenstock bringt skurrile und attraktive Objekte unter den Hammer. Was diesmal im Angebot war und welchen guten Zweck er damit unterstützt.

Manes Meckenstock mit Assistenz bei der Versteigerung in Eller.

Manes Meckenstock mit Assistenz bei der Versteigerung in Eller.

Foto: Anne Orthen (orth)

Auf das „Ü“ folgte ein lang anhaltendes „Ah“. Das hatte Manes Meckenstock vor seiner Benefiz-Auktion zu Gunsten der Flüchtlingsinitiative Stay im Pfarrgemeindesaal der Schlosskirche in Eller mit den knapp 100 Gebotswilligen so eingeübt. Das „Ü“ steht für ein von Meckenstock besorgtes und bis zur Versteigerung geheim-gehaltenes „Überraschungsangebot“. Dafür durchstreift der „Auktionator“ persönlich immer wieder Trödel- oder Antikmärkte. So wechselte etwa „Ü5“, ein schön-scheußlicher Glitzer-Delfin für 13 Euro den Besitzer. „Den habe ich für einen Euro auf einem Trödelmarkt in Tongeren gekauft“, verriet Meckenstock. „Das ist doch eine schöne Rendite. Und für eine gute Sache kann man das ja machen.“
Insgesamt aber war Meckenstock im Pfarrsaal erstaunlich zurückhaltend. Bei seinen Benefiz-Auktionen nimmt der Kabarettist normalerweise kein Blatt vor den Mund, wenn eins der feilgebotenen mehr oder weniger ansehnlichen oder nützlichen Schätzchen sich eher als Ladenhüter entpuppt, und lässt seiner mit jeder Menge Mutterwitz gepaarten Schnodderschnauze freien Lauf.

Doch bei der Premierenversteigerung zu Gunsten der Flüchtlingsinitiative Stay hatte „Lästermaul“ Meckenstock „Kreide gefressen“. Aus gutem Grund. „Viele im Publikum sind zum ersten Mal bei so einer Veranstaltung dabei. Da will ich sie doch nicht direkt verprellen“, erklärt der Auktionator. „Sie sollen ja demnächst wiederkommen und auch schon diesmal das Portemonnaie weit aufmachen.“
Das klappte auch mit einem „gezähmten“ Manes gut, denn insgesamt wandern 2400 Euro auf das Stay-Konto, wie Sozial- und Rechtsberater Michael Lukas verriet. „Wir haben kein besonderes Projekt, für das wir das Geld verwenden“, so Lukas. „Es wird einfach für den laufenden Betrieb von Stay gebraucht.“

Meckenstock hatte im Frühjahr einen obdachlosen Flüchtling aus dem Sudan begleitet und von Stay jede Menge Hilfe bekommen. „Weil sie mit so viel Herzblut dabei sind, kam mir der Gedanke eine meiner Benefiz-Auktionen auch mal für die Flüchtlingsinitiative durchzuführen“, so Meckenstock. Er klopfte an und Stay machte die Tür weit auf. „Wir haben zuerst im eigenen Verwandten- und Freundeskreis darum gebeten, sich von Sachen, die man versteigern kann, zu trennen“, meint Lukas. „Und dann sind wir auch noch an einige Institutionen mit der Bitte uns zu unterstützen, herangetreten.“ Und so standen etwa neben einigen herrlichen Scheußlichkeiten wie einer rosa-umhäkelte Wärmeflasche auch echte Kulturschnäppchen auf dem Auktionsplan. Das Schauspielhaus hatte unter anderem zwei Eintrittskarten für „Cabaret“ im Wert von 98 Euro gestiftet. Auf der Auktion wurden dafür 55 Euro bezahlt. Es ging aber auch anders herum. Für zwei Tickets für eine Lesung von Frank Goosen im Zakk wurden 50 Euro geboten. Der vom Zakk real geforderte Preis lag bei 40.

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