Düsseldorf: Mehr Schwerverletzte im Stadtbezirk 8

Unfälle : Mehr Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen im Stadtbezirk 8

Thomas Decken, Leiter der Polizeiinspektion Süd, kann den Trend nicht erklären. Genauso wenig wie die rückläufigen Zahlen bei Senioren und Kindern, über die sich Decken aber sehr freut.

Einen Anstieg um 123 Prozent hat es bei den Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen im Jahr 2018 im Stadtbezirk 8 gegeben. „Die Zahlen sind diesmal leider nicht ganz so gut wie sonst“, sagte Polizeidirektor Thomas Decken, Leiter der Polizeiinspektion Süd und unter anderem zuständig für die Stadtteile Eller, Lierenfeld, Vennhausen und Unterbach. Während 2017 elf Menschen schwer verletzt wurden, waren es im Folgejahr 25. Auch gab es mehr Leichtverletzte und mehr Kinder, die sich Verletzungen zugezogen haben bei einem Verkehrsunfall (2017: acht, 2018: zwölf). Warum das so ist, kann Decken nicht sagen, eine Großlage habe es nicht gegeben. Aber: „Die Kinder im Stadtbezirk sind im Vergleich zu anderen Bezirken in Düsseldorf sicher“, sagte der Polizeidirektor. Gegen den bundesweiten Trend verzeichnete die Polizei im Stadtbezirk 8 weniger Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren, „obwohl wir wissen, dass mehr Senioren aktiv am Verkehr teilnehmen“, so Decken. Unter anderem fahren mehr ältere Menschen mit Pedelecs. Und auch mit diesem Fortbewegungsmittel hat es 2018 entgegen der bundesweiten Zahlen weniger Verkehrsunfälle gegeben (2017: 39, 2018: 33).

Drei Unfallhäufungsstellen konnten Decken und seine Kollegen im Stadtbezirk ausmachen: zwei in Vennhausen und eine in Eller. An der Kreuzung Bernburger/Heidelberger und Karlsruher Straße ist es mehrfach zu Auffahrunfällen gekommen wegen der Unübersichtlichkeit der Kreuzung. Über die Ampelschaltung und Markierungen sei versucht worden, die Konflikte im Verkehr zu lösen. „Aber auch die letzte Umgestaltung ist nicht gelungen“, sagte Holger-Michael Arndt von den Grünen. „Wir haben schon Hinweise gegeben, und ich finde es sehr ärgerlich, wie wir immer abgebügelt wurden. Jetzt haben wir die Quittung, das hätte nicht sein müssen“, so Arndt. Einige Anträge zur Kreuzung Heidelberger/Bernburger und Karlsruher Straße hatte auch Herbert Prickler (SPD) schon gestellt, „wir haben von der Vennhauser Allee kommend sieben oder acht Zentimeter tiefe Spurrillen“ – vor allem eine große Gefahr für motorisierte und unmotorisierte Zweiradfahrer.

Vermehrt hat es auch an der Kreuzung Eller Kamp/Am Kleinforst 2018 gekracht. Die Gründe seien dort ganz verschieden gewesen, so Thomas Decken. Mal sei es ein Auffahrunfall gewesen, mal eine Kollision bei der Überquerung der Straße, mal wurde der Seitenabstand nicht eingehalten. Auch wenn die Unfälle ganz verschieden waren an der Kreuzung, regte Christian Rütz von der CDU trotzdem an, die Radverkehrsführung dort zu ändern. Im Bereich der Vennhauser Allee/In den Kötten habe es vor allem Unfälle mit Radfahrern gegeben, weil die Radler von Pkw-Fahrern übersehen wurden.

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