Düsseldorf: In Eller kontrolliert die Polizei verstärkt

Kriminalität im Stadtbezirk 8 : In Eller kontrolliert die Polizei verstärkt

Inzwischen zeigen die Kontrollen Wirkung: Die Polizei stellte 2018 bei der Straßenkriminalität einen Rückgang von 5,35 Prozent fest. Und sie deckte mehr Drogendelikte auf.

Eller ist der Stadtteil im Bezirk 8, der aus kriminalistischer Sicht besonders belastet ist. Zu diesem Fazit kommt Thomas Decken, Leiter der Polizeiinspektion Süd, bei seinem turnusmäßigen Besuch in der Bezirksvertretung 8. Und weil das keine neue Erkenntnis ist, gibt es zur Eindämmung der bestehenden Straßenkriminalität das Konzept Fokus, bei dem unter anderem die bekannten problematischen Bereiche verstärkt kontrolliert werden. Und das hat inzwischen Wirkung gezeigt: Die Polizei stellte 2018 bei der Straßenkriminalität einen Rückgang von 5,35 Prozent fest, von 467 Delikten im Jahr 2017 auf 442 Delikte im Jahr 2018. Gleichzeitig hat die Rauschgiftkriminalität in Eller zugenommen, „das ist gut“, sagt Decken, weil die Delikte erkannt werden. Würde die Zahl sinken, würde das nicht heißen, dass weniger mit Drogen gedealt würde oder weniger Drogen konsumiert würden.

Insgesamt ist Thomas Decken zufrieden mit den Zahlen für den gesamten Stadtbezirk 8, zu dem neben Eller auch die Stadtteile Lierenfeld, Vennhausen und Unterbach gehören. Seit fünf Jahren ist die Gesamtkriminalität rückläufig, im Stadtgebiet kamen 2014 70.277 Taten zur Anzeige, 2018 waren es 55.474 – ein Minus von 21,1 Prozent. Der Stadtbezirk liegt mit einem Rücklauf von 20,7 Prozent knapp unter der gesamtstädtischen Quote, (2014: 3903, 2018: 3096). Besonders auffällig ist im Stadtbezirk 8 der Rückgang bei den vollendeten Einbrüchen, was nicht heißt, dass es keine Versuche gegeben hat: „Die Zahl der Versuche steigt “, sagt Thomas Decken, der glaubt, dass die Beratungen zum Einbruchschutz fruchten, dass die Düsseldorfer in ihre Haustüren investieren, in ihre Sicherheitssysteme. „Erfahrungsgemäß hält sich kein Einbrecher mehr als sieben Sekunden an einem Haus auf“, sagt Decken. Kommt er in dieser Zeit nicht rein, zieht er weiter zum Nachbarn. Lob hat der Polizeidirektor für die aufmerksamen Bürger, die anrufen, die verdächtige Autos melden, „rufen Sie weiter an“, sagt Decken, „so können wir die Täter bekommen“.

Einen leichten Anstieg verzeichnete die Polizei in puncto Körperverletzung – zumindest in Eller. „Es gab Sorge und Aufregung nach Angriffen an S-Bahnhöfen in Eller“, sagt Decken. Danach wurden Forderungen laut, die Stationen besser zu überwachen, etwa mit Kameras. Heute wisse man, dass die Taten nichts miteinander zu tun hatten, „ein unglückliches Aufeinandertreffe“, nennt Decken die beiden Vorfälle, die sich 2017 ereignet hatten.

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