Düsseldorf-Eller: Politik fordert mehr Schutz für alte Gebäude

Politik in Düsseldorf : Mehr Schutz für alte Gebäude

Die Politiker im Stadtbezirk 8 fordern, dass das Bausatzungsrecht aktualisiert wird. Immer wieder gibt es Debatten über den Erhalt oder Abriss alter Häuser, wie etwa beim alten Burgtheater an der Gumbertstraße.

Die Diskussion um Erhalt oder Abriss alter Gebäude ist kein Phänomen, das sich nur auf den Stadtbezirk 8 beschränkt. Immer wieder werden in Bezirksvertretungen Pläne vorgestellt, mit denen die Politiker nicht einverstanden sind, die aber keine Handlungsmöglichkeiten haben, weil die Richtlinien nicht klar definiert sind. Das will die Bezirksvertretung 8 jetzt so nicht mehr hinnehmen und bittet die Verwaltung, die Liste der erhaltenswerten Gebäude zu aktualisieren. Das Satzungsrecht zum Schutz der Bausubstanz im Eller Zentrum etwa stammt aus den Jahren 1982 und 1986 – viel Zeit ist seitdem vergangen, findet das Gremium, das einen Prüfantrag von CDU und Grünen in der letzten Sitzung einstimmig beschlossen hat.

Zuletzt war die Politik unglücklich über eine Bauvoranfrage und den damit verbundenen Abriss zweier Häuser an der Gumbertstraße mit den Nummern 151 und 153. Für die Pläne gab die Verwaltung die denkmalrechtliche Erlaubnis, auch wenn die Geschichte der beiden Häuser bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. 1850 wurde das Haus 151 als eingeschossiges Wohnhaus gebaut, 16 Jahre später aufgestockt. In dieser Zeit entstand der etwas zurückgesetzte Festsaal, heute mit der Hausnummer 153. Ab 1940 wurden im Saal Filme gezeigt, Anfang der 1950er Jahre eröffnete dort das Burgtheater Eller. Zwar liegen die Häuser im Denkmalpflegebereich, sind aber nicht schützenswert. Auch den Abriss der Waldschänke in der Siedlung Freiheit schmerzt viele Stadtteilpolitiker immer noch, die sich klarere Richtlinien und mehr Mitspracherecht wünschen.

Im Prüfantrag wird zudem aufgeführt, dass sich die räumlichen Gestaltungsbereiche der Erhaltungssatzung, Denkmalbereichssatzung und Gestaltungssatzung (siehe Infokasten) vor allem in den Randbereichen des Eller Zentrums unterscheidet. Im nördlichen Bereich gilt zum Beispiel eine Erhaltungssatzung, die Gebäude dort sind aber nicht durch die Gestaltungs- und die Denkmalbereichssatzung geschützt. Im südlichen Teil greift dagegen nur die Gestaltungssatzung. Ein Sonderfall ist die Siedlung Freiheit in Vennhausen: Von dort gebe es immer mal wieder Klagen darüber, dass bestimmte Gebäudeveränderungen trotz Erhaltungssatzung genehmigt wurden oder genehmigungsfrei waren. Umgekehrt wird das teilweise zu starre Satzungsrecht vor allem bezogen auf die Anwohner selbst kritisiert, weil es Modernisierungen kaum zulässt, zum Beispiel sind viele Fenster und Läden noch im Originalzustand. „Da die vom Rat 2015 eingerichtete Kommission ,Erhaltungssatzungen’ auch nach Jahren nicht einmal ihre Arbeit aufgenommen hat, ist die Bezirksvertretung gezwungen, diese Prüfung nunmehr eigenständig zu veranlassen“, ist sich das Gremium im Stadtbezirk einig. Der fünfseitige Prüfantrag der Bezirksvertretung ist nun an die Verwaltung gegangen. Die Politik hofft, dass es nach der Sommerpause einen mündlichen Bericht dazu gibt.

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