Düsseldorf-Eller: Lärmgutachten zu Abstellbahnhof liegt vor

Anlage in Düsseldorf-Eller zu laut : Lärmgutachten zu Abstellbahnhof liegt vor

Dass die Anlage zu laut ist, ist seit Februar dieses Jahres offiziell bekannt. Bei den Untersuchungen des Tüv Rheinland kam heraus, dass die Grenzwerte um bis zu 20 Dezibel überschritten werden.

Auf dem ehemaligen Werstener Feld liegt der Düsseldorfer Abstellbahnhof, der so oft Thema war in den letzten beiden Jahren. Bei Anwohnern, der Politik und nicht zuletzt auch bei der Stadt. Dass die Anlage offiziell zu laut ist, wurde Anfang Februar im Umweltausschuss bestätigt. Jetzt liegt das komplette Gutachten vor, in dem der Tüv Rheinland seine Ergebnisse vorstellt. 176 Seiten umfasst das Dokument, in dem das Vorgehen erklärt wird:

Unmittelbar an der nordöstlichen Betriebsgrenze befinden sich Wohnhäuser. Von dort kamen die vielen Beschwerden der Bewohner, dort wurden zwischen dem 29. Juni und dem 13. Juli die Messpunkte eingerichtet. Jeweils sechs Messtage gab es am Niersteiner Weg 13, am Speyerweg 92 und am Grüner Weg 61, an jenem Haus, in dem unter anderem Petra Krüger wohnt, die sich Anfang 2017 in unserer Redaktion gemeldet hatte mit einem Hilferuf.

In diesem Bereich gab es über zwei Wochen zusätzlich unbeobachtete Dauerschallmessungen. An zwei weiteren Häusern wurde entlang der südwestlichen Grenze gemessen – an der Kaiserslauterner Straße 40 und der Harffstraße 64, ebenfalls an sechs verschiedenen Tagen. Auch die Uhrzeiten haben bei den Messungen variiert, mal wurde morgens um sechs für eine Stunde lang der Schall gemessen, mal kurz vor Mitternacht, mal in der Mittagszeit.

Unterschieden werden dabei zwei Beurteilungszeiträume, weil am Tag (6 bis 22 Uhr) andere Lärmgrenzen eingehalten werden müssen als nachts (22 bis 6 Uhr). Zulässig sind in der Nacht zwischen 55 und 60 Dezibel, je nach Standort, an manchen Tagen lag der Spitzenwert bei 79 Dezibel, was ungefähr so laut ist, als würde jemand neben einem Klavier spielen.

Weil die Anwohner vor allem auch die laufenden Klimaanlagen bei abgestellten Zügen kritisiert haben, hat der Tüv sich für eine Messung an warmen Sommertagen und -nächten entschieden. „Nach Angaben einiger Anwohner war die Geräuschsituation im Messzeitraum verhältnismäßig ruhig“, heißt es in dem Gutachten des Tüv, dem keine Erkenntnisse über die Betriebsauslastung des Abstellbahnhofs im Messzeitraum vorlag. Diese seien bei der Deutschen Bahn angefragt worden, „seitens der DB aber mit Verweis auf die dynamischen Betriebsabläufe nicht zur Verfügung gestellt worden“.

Und obwohl die Anwohner das Gefühl hatten, dass es in den Messwochen weniger Lärm gegeben habe, werden die Grenzwerte vor allem nachts an manchen Stellen sogar um bis zu 20 Dezibel überschritten. Tieffrequente Geräusche, die viele als eine Art Brummton wahrnehmen, in den Gebäuden, auch bei geschlossenem Fenster schließt der Tüv nicht aus, da die Werte im Außenbereich vor allem am Tag deutlich erhöht waren. „Für die Einhaltung der zulässigen Immissionsrichtwerte sind somit Schallminderungsmaßnahmen erforderlich“, ist das Fazit des Tüv. Dafür gebe es verschiedene Möglichkeiten, nämlich bauliche oder organisatorische.

Dazu will die CDU in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses eine Anfrage stellen, „im Augenblick bewegt sich nicht viel“, sagt Dieter Reinold (CDU), der nicht glaubt, dass die Deutsche Bahn von sich aus Verbesserungen anbieten wird, „wir müssen da dranbleiben“.

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