Düsseldorf-Eller: Demo gegen Rechts im Februar 2019

Demonstration am 9. Februar 2019 : Eller setzt ein Zeichen gegen Rechts

Das Bündnis gegen Rechts will auf dem Gertrudisplatz demonstrieren. Dazu gab es eine Veranstaltung, damit sich Bürger und Vereine vernetzten.

Im kleinen, abgetrennten Raum in der Fuchsjagd drängeln sich die Menschen schon lange, bevor die Infoveranstaltung beginnt. Es sind alte dort und junge, manche tragen Strickpulllis, andere Perlenketten. Der Kellner verteilt Salate und Getränke, fragt, wer die Bierkutscher-Pfanne bestellt hat. An einem Tisch hebt ein Mann seinen Arm. Zwischen Stühlerücken und Abendessen wird der Beamer installiert. Das Bild, das auf eine zerknitterte Leinwand geworfen wird, ist kaum größer als die neuste Generation Fernseher. Minutenlang flackert dort der Satz: Foto-, Film- und Tonaufnahmen sind während der Veranstaltung ausdrücklich nicht gestattet.

Eingeladen hat das Bündnis gegen Rechts, das die Elleraner aufklären will – über die Rechten im Stadtteil, über die Rechten in Düsseldorf. „Eller ist nur ein Beispiel für etwas, das überall passiert“, sagt ein Mann, der einen Einblick in die Entwicklungen gibt. Die Szene sei seit 2015 wieder recht präsent auf der Straße sichtbar, seit Dügida (Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlandes) – das Demonstrationsbündnis, das als Düsseldorfer Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung gilt. Bilder von Republikanern in Garath werden gezeigt, von ihren Infoständen, von der rechts­extremen neonazistischen Kleinpartei „Der III. Weg“ und von der Bruderschaft Deutschland. Immer wieder tauchen die gleichen Personen auf, „und es sind viele Leute, die früher nicht auf Demonstrationen gegangen sind“, sagt der Mann.

Die Menschen in dem Raum verfolgen den Vortrag ruhig, nicken ab und an, etwa wenn die Spaziergänge durch Eller Thema sind. Keine Zwischenrufe, kein Geschimpfe, keine Aggressionen – nur ein paar Fragen bleiben nach dem Vortrag, zum Beispiel, welche Rolle Frauen in der Bruderschaft spielen. „Es sind vor allem Männer, die sich der Gruppe anschließen“, heißt es. Von Linksradikalen ist an dem Abend nichts zu sehen, nichts zu hören. Das Bündnis gegen Rechts sucht Mitstreiter, die an der geplanten „Demo gegen Stammtischhetzer und rechte Schläger – auch in Düsseldorf/Eller“ am 9. Februar teilnehmen. Eine, die dem Bündnis angehört, ist Astrid Bönemann von der SPD in der Bezirksvertretung 8. „Wir wollen uns hier im Stadtteil vernetzen“, sagt sie und ist froh, dass so viele Menschen gekommen sind in die Fuchsjagd, dass so viele Menschen ein Zeichen setzen wollen gegen Rechts. Es sind Vereine, Bürger, Schützen wie Karnevalisten. „Uns ist wichtig, dass wir zusammenhalten“, so Bönemann, die sich als Antifaschistin bezeichnet, „aber ich bin nicht linksradikal“. Ganz gleich, ob rechts oder links: „Wir wollen keine Radikalen, wir wollen gewaltfrei und friedlich demonstrieren.“

Die Demonstration beginnt am 9. Februar um 13 Uhr, Treffpunkt ist auf dem Gertrudisplatz. Dort hängt seit ein paar Tagen auch wieder ein Transparent, das Astrid Bönemann im Dezember in der Sitzung der Bezirksvertretung in Erinnerung gerufen hatte. „Auch 2019: Humanität – Respekt – Vielfalt“ steht darauf geschrieben. Die Veranstalter der Demo hoffen, dass 1000 Menschen zusammenkommen.

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