Düsseldorf-Eller: Ansprechpartner für Abstellbahnhof geplant

Eller : Sorgentelefon für lärmgeplagte Anwohner

Stadt, Bahn und Politik informierten Anwohner am Abstellbahnhof über Gespräche zum Thema Lärm. Es soll sich etwas tun in Eller.

Es tut sich was. In die jahrelang scheinbar festgefahrenen Fronten zwischen den lärmbelasteten Nachbarn des Abstellbahnhofs Eller und dem Eigentümer und Betreiber Deutsche Bahn ist Bewegung gekommen. Gespräche zwischen dem Umweltamt der Stadt, der DB Regio und DB Netz sowie dem Eisenbahnbundesamt haben erste Ergebnisse erbracht, die jetzt bei einem Informationsabend der SPD im Stadtbezirk 8 vorgestellt wurden. „Es wurden Maßnahmen zugesagt“, resümierte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Philipp Tacer. „Wenn das alles so umgesetzt wird, wird der Lärm reduziert.“

Im Lore-Agnes-Haus stellten sich Frederik Ley (Vorsitzender der DB Regionalleitung), Dirk Helfert (Leiter Produktionsdurchführung Düsseldorf DB Netz AG) und Jürgen Ewald (Leiter Fahrzeugmanagement), Thomas Loosen (Leiter Umweltamt Düsseldorf) und Claudia Bernau (Abteilungsleiterin Umweltamt Betrieblicher Umweltschutz) den Fragen. „Ich glaube, das Problembewusstsein ist jetzt da“, meinte Ley. „Ich habe das Gefühl, dass Bewegung in die Sache kommt.“

So soll etwa die Lok der Baureihe 143, die für viel Lärm sorgt, abgezogen werden. „Die 143 wird ab Dezember, also zum Fahrplanwechsel, vom Abstellbahnhof verschwinden“, versprach Ewald. Das ist aber nicht alles, was die DB für die Lärmreduzierung tun will. Demnächst sollen sogenannte „Lärmwächter“ agieren, die sinnlos laufende Loks und Maschinen identifizieren und auch die Möglichkeiten haben, sie kurzfristig abzustellen. Die Lautstärke von Durchsagen aus den Reparaturbetrieben soll genauso überprüft werden wie die Abstellpläne. Demnächst sollen laute Loks möglichst weit entfernt von der Wohnbebauung platziert werden. „Wir suchen auch nach Ersatz für die Rangierlok. Sie stammt noch aus den 1960er Jahren“, so Helfert. „Der Ersatz muss den heutigen Umweltschutzbestimmungen entsprechen. Die alte Rangierlok wird abgeschafft.“ Und auch als Vermittler sind die Betreiber des Abstellbahnhofs bereits tätig geworden. „Wir vermieten auch an sieben andere Verkehrsunternehmen. Alle haben in Gesprächen signalisiert, beim Lärmschutz dabei sein zu wollen“, kündigte Helfert an.

Für die Anwohner sind das die ersten kleinen Schritte in die richtige Richtung. „Politisch bestehen wir aber auf die Einrichtung einer Hotline, über die Anwohner jederzeit über Lärmbelästigung informieren können, damit die Züge dann auch möglichst schnell abgestellt werden“, sagte Tacer. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus hatte vor Kurzem ein Schreiben dazu an das Bundesministerium geschickt, in dem er um eine telefonische Kontaktstelle am Bahnhof bittet, so wie es die Anwohner schon seit Jahren fordern.

Die Annäherung zwischen den zerstrittenen Parteien sorgte für eine vergleichsweise entspannte Atmosphäre beim Informationsabend. Die große Verärgerung der Menschen rund um die Anlage war zwar spürbar, aber sie und auch die Vertreter der Bahn zeigten sehr guten Willen, sich zu verständigen. „In den Gesprächen hat sich niemand auf die rein juristische Seite zurückgezogen, dann wären wir auch keinen Schritt weitergekommen“, erläuterte Loosen. „Das Bemühen, sich zu einigen, stand im Vordergrund.“

Einige Zugeständnisse vonseiten der Bahn hatte es im Sommer 2017 gegeben, als Vertreter des Verkehrsunternehmens zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post gekommen waren. Schon damals sollte eine Hotline eingerichtet werden – die ist aber nie gekommen. In ihrer Verzweiflung schrieben die Anwohner E-Mails – an die Stadt, die Bahn, die Politik. Die CDU ist es schließlich gewesen, die das Problem in die Gremien brachte. Zuerst auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung, dann in den Umweltausschuss, der schließlich eine Lärmmessung in Auftrag gab mit dem Ergebnis, dass es zu laut ist an der Anlage. Dass jetzt Bewegung in die Sache kommt, war nach der letzten Sitzung des Umweltausschusses nicht absehbar. Da lehnte man einen direkten Kontakt zum Abstellbahnhof noch ab, wollte lieber auf ein Formular setzen. Dagmar von Dahlen von der CDU-Fraktion zeigte sich unzufrieden. Es sei zwar „lobenswert, dass Gespräche stattfinden“, so von Dahlen. Aber das Ergebnis ist „vollkommen unbefriedigend“.