Eller : Die Sprache der Dinge

Außergewöhnliche Ausstellung von Rolf Escher im Kulturbahnhof Eller ab Sonntag.

Mit der Ausstellung "Die Sprache der Dinge" im Kulturbahnhof Eller, die ab Sonntag (11.30 Uhr) bis zum 5. Märt an der Vennhauser Allee 89 läuft, gewährt der Künstler Rolf Escher einen einmaligen Einblick in sein Schaffen. Zu den Hauptwerke zählen Zeichnungen aus italienischen Städten und alten europäischen Bibliotheken, die Istanbuler und Pariser Skizzenbücher, die Folge "DichterOrte" und der Zyklus aus dem zerstörten Historischen Archiv der Stadt Köln. Daneben sind an ganz unterschiedlichen und oft wenig bekannten Orten und Plätzen in NRW Bildserien über Gegenstände entstanden, die als semantische Objekte selbst Geschichten oder Geschichte erzählen. Aus diesen Arbeiten hat der Künstler eine Auswahl für den Bahnhof Eller zusammengestellt.

Der in Essen lebende Escher gehört zu den wenigen Künstlern, die die Tradition der meisterhaften Zeichenkunst in die Gegenwart fortgeführt haben. Bei den frühen Arbeiten im ersten Jahrzehnt nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie handelt es sich meist um Stillleben und Innenräume in unterschiedlichen Zeichen- und Radiertechniken. Durch die Wahl des Raumes und einer minimalen Inszenierung von Gegenständen wird in ihnen eine geheimnisvolle und schwebende Atmosphäre erzeugt, mit surrealen Anklängen oder auch bedrohlichen Untertönen. Eine wichtige Radierfolge aus dem Ende dieser Phase sind die Illustrationen zu Franz Kafka "Die Verwandlung", auch später werden in Abständen Grafikfolgen zu literarischen Texten entstehen.

Etwa gleichzeitig mit den Kafka-Radierungen beginnt eine kontinuierliche Reihe von Einzelausstellungen in vielen wichtigen Museen, Kunstvereinen, Galerien und anderen Institutionen, oft mehrere in einem Jahr und mit bis heute zunehmender Dichte, dazu die Teilnahme an Gruppenausstellungen in großer Zahl. Mit 40 Jahren wird Escher Professor für freies Zeichnen und Illustration an der Fachhochschule Münster.

Um 1980 herum beteiligt sich Escher an einem dokumentarischen Zeichenprojekt in der Wuppertaler Nordstadt, zu dem mehrere vorzügliche Zeichner aus der Region eingeladen waren. Danach stammen seine Bildthemen und Motive zunehmend aus dem urbanen Milieu historischer Städte oder Innenräume. "Magie und Geschichte der Orte, Räume oder Objekte liegen in ihnen selbst. Auch die Spuren der Menschen, die sie geschaffen haben. Vom Künstler wurden die gefunden, sichtbar gemacht und zum Sprechen gebracht", sagt Gerolf Schülke, Vorsitzender des Freundeskreises Kulturbahnhof Eller sowie Organisator der Ausstellung.

Öffnungszeiten: Di bis So 15 bis 19 Uhr www.kultur-bahnhof-eller.de

(arc)