Eller: Die Garanten der Kultur für Eller

Eller: Die Garanten der Kultur für Eller

Am 28. Februar 1978 wurde der AK Kultur ins Vereinsregister eingetragen. Konzerte und Kunst stehen im Mittelpunkt der Kreativen.

Einen schöneren Ort für ihren Verein hätten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Kultur nicht aussuchen können. Über einen mit hoch gewachsenen Bäumen gesäumten Weg kommen sie zu dem kleinen Haus, das zwischen Schloss Eller und dem Konzertpavillon steht, den der Arbeitskreis finanziert, auf den der Arbeitskreis immer einen Blick hat. Liegt er doch so gelegen, dass Mitglieder wie Besucher nur aus dem Fenster schauen müssen. Heute vor genau 40 Jahren, am 28 Februar 1978, ist der Verein mit dem langen Namen "Arbeitskreis Kultur im Stadtbezirk 8 der Stadt Düsseldorf " in das Vereinsregister eingetragen worden. Der Vorsitzende Dieter Simons erinnert sich noch gut an den Tag, er gehört zu den Gründungsmitgliedern. Viel hat sich getan seitdem, vor allem ist der Name einfacher geworden: Heute kennt man die Aktiven eigentlich nur noch unter "AK Kultur".

Angefangen hat alles mit einem Wunsch: Auf Initiative der Bezirksvertretung 8 trafen sich damals Vertreter aus Vereinen, Verbänden und Parteien, um das kulturelle Leben im Stadtbezirk zu stärken. So lautete dann auch der Titel der ersten Ausstellung, damals noch im Nebengebäude des Kulturbahnhofs Eller, "im Trafohäuschen", erinnert sich Lutz Nikodemski, der im Vorstand des Vereins ist und sich um das Bezirksmuseum kümmert. "Eine ganz schöne Ruine war das", sagt er. Eigentlich hätte der Kulturbahnhof längst renoviert werden sollen, "das ist bis heute nicht passiert", sagt Nikodemski. 2011 zog der AK Kultur schließlich um, an die Heidelberger Straße, ins Erdgeschoss jenes alten Hauses, das gleich an Schloss und Pavillon liegt, den der AK Kultur 1986 aufgebaut hat.

Die Musik ist es auch, die eine große Rolle spielt für den Verein. Zehn Konzerte organisiert er im Jahr im Schloss, vier im Pavillon. "Wir versuchen, junge Leute zu locken", sagt Ditmar Kuhlmeier, stellvertretender Vorsitzender und Finanzchef des Arbeitskreises. Zu hoch sei der Altersdurchschnitt im Moment, der irgendwo bei 70 liegt. Heavy Metal werde zwar noch nicht statt Klassik gespielt, im letzten Jahr aber lud der Kulturverein eine irische Gruppe ein, arbeitet außerdem eng mit der Clara-Schumann-Musikschule zusammen. Viele Ideen gibt es für das Geburtstagsjahr, eine Ausstellung im Ballsaal im Nordpark ist für Juli geplant. Einen DIN-A3-Flyer haben Nikodemski und Kuhlmeier entworfen, auf dem die Highlights zusammengefasst sind. Im April ist zum Beispiel das Bläserensemble des Reading's Aldworth Philharmonic Orchestra zu Gast, um die Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und der britischen Stadt zu feiern, die seit 30 Jahren besteht.

Ein weiteres Standbein des Arbeitskreises ist das kleine Museum, in dem bis zu vier Ausstellungen im Jahr gezeigt werden - das von der Künstlergruppe "Kreativacht" bestückt wird. Im Augenblick sind Fotos zu sehen, die bei einer Kooperation mit Jugendlichen entstanden sind. Über mehrere Jahre und mit hohem Aufwand hat der Arbeitskreis außerdem die Geschichte des Stadtteils bis ins 12. Jahrhundert zurück recherchiert, viele Stunden verbrachten Mitglieder im Landesarchiv Duisburg. Von Elnere bis Eller, dem uralten Wasserschloss bis ins Jetzt - "das würden wir gerne in eine Dauerausstellung packen", sagt Nikodemski. Schulen sollen davon profitieren, und die Menschen über die Grenzen des Stadtteils hinaus.

Vielleicht kommen so neue Mitglieder, mehr Düsseldorfer, die aktiv mitarbeiten wollen. "Daraus könnten dann wieder neue Projekte entstehen", sagt Ditmar Kuhlmeier, der seit 2015 dabei ist. Viele Abende ist er mit der Kasse beschäftigt, listet Ausgaben und Einnahmen auf, sitzt stundenlang am PC. Zeitaufwendig ist das, gibt Kuhlmeier zu, "das Problem haben viele Vereine", ergänzt Lutz Nikodemski. Trotzdem wollen sie ihr Ehrenamt nicht missen, zu schön ist die Kultur in Eller. Einiges ist eingeschlafen in den letzten Jahren, einiges geblieben. Vieles aber auch gewachsen, und so soll es in der Zukunft weiter gehen.

(RP)