Der Stadtteil Eller feiert sein 800-jähriges Bestehen

800 Jahre Eller : Eller feiert sein 800-jähriges Bestehen

Bei dem Stadtteilfest sorgte ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm für Unterhaltung. Zudem präsentierten sich die Vereine und Institutionen aus Eller. Mitmachen war ausdrücklich erwünscht.

Entspannt schlenderten die Gäste am Sonntag über den Gertrudisplatz. Eine große Menge versammelte sich vor der Bühne, um ein vielfältiges Programm zu verfolgen. Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des Stadtteils Eller hatte die Werbegemeinschaft Individueller ein großes Fest veranstaltet, um sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart zu feiern. Auf der Bühne sorgten unter anderem der Gospelchor PaterNoster und Show-Pianist Sascha Klar für musikalische Unterhaltung. Es gab Bauchtanz und Vereine und Schulen stellten sich und ihre Projekte vor.

„Für uns ist das eine ganz neue Art von Veranstaltung.“, sagte Ralf Hansen, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft. „Hier ist der Tenor, dass Vereine sich vorstellen können und das Ehrenamt sich präsentiert.“ Ein schöner Nebeneffekt sei es, dass die Vereine dabei auch miteinander in Kontakt kommen könnten.

An dreißig Ständen, die teilweise mehrfach besetzt waren, informierten die Vereine über ihre Tätigkeiten und luden zum Mitmachen ein. Der Abenteuerspielplatz etwa konstruierte ein großes Nagelbild. Eller 04 und die Bulldozer luden zum Torwandschießen ein. Der Skaterpark hatte eine Fingerboardstation dabei. Mit einem Pappaufsteller des Papstes und einer großen Playmobilfigur Luthers empfingen die evangelische und die katholische Kirche die Besucher vor der Gertrudis-Kirche. Auch dort ging es sportlich zu. Mit Feuereifer versuchten die Gäste mit Orgelpfeifen Tischtennisbälle in ein Tor zu pusten. „Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht“, fand Petra Mischke.

Auch die Schulen hatten sich für den Tag mit der Geschichte Ellers befasst. Für die Schüler der Gumbertschule sei es beispielsweise sehr spannend gewesen zu erfahren, woher die Schule ihren Namen hat, berichtete Lehrerin Melanie Heinrichs. Der Arbeitskreis Kultur hatte eine Ausstellung zur Geschichte der Ritterfamilien auf dem Platz aufgebaut. Die Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins kleideten sich, wie es im 13. Jahrhundert üblich war. „Wir möchten die Leute für Historisches interessieren. Moderne geht ohne Historie nicht und umgekehrt“, so Ratsherr Dieter Reinold.

Archäologische Funde aus dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus, die auf dem alten Friedhof an der Eller Kirchstraße gemacht wurden, zeugen davon, dass die Gegend schon durch römisch-germanische Stämme besiedelt war. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde „ein Flecken Elnere“ (d.h. Weide am Sumpf) dann irgendwann zwischen 1218 und 1231 in einer Heberolle des Stiftes Gerresheim. Seinen Namen verdankt der Stadtteil dem einflussreichen Rittergeschlecht „von Elnere“, das schon im Jahre 1151 bekannt war. Dessen Mitglied Gumpert von Elnere ist auch Namensvater für die Gumbertstraße. 1284 wurde in einer Urkunde erstmals das „Villa Elnere“ (Dorf Eller) erwähnt. Der erste schriftliche Hinweis auf eine Burg Eller stammt aus dem Jahre 1309, es wird aber geschätzt, dass diese weit älter ist. Forscher gehen davon aus, dass sich Eller als Straßendorf ab 1300 langsam entwickelte, aber bis zum 19. Jahrhundert ist die Geschichte des Gebietes relativ unbekannt. Ab 1850 wuchs Eller im Zuge der Industrialisierung stetig weiter. Gab es 1832 erst 308 Anwohner, waren es 1870 schon 1000. Im Jahr 1896 wurde Eller selbständige Bürgermeisterei und 1909, da hatte der Stadtteil schon über 10.000 Einwohner, erfolgte die Eingemeindung nach Düsseldorf.

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