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Niederkassel: EK0-Haus feiert Sommerfest im Garten

Niederkassel : EK0-Haus feiert Sommerfest im Garten

Mit Bühnenprogramm, Ausstellungen und Teezeremonie präsentierte sich das japanische Kulturzentrum.

Tempel, Brücken, Musik und Pflanzen – alles erinnert im EKO-Haus an Japan. "Ich fühle mich wirklich ein bisschen so wie im fernöstlichen Land selbst", sagt Sarah Gülyz, die zum alljährlichen Gartenfest des japanischen Kulturzentrums am Brüggener Weg kam. Dass sie ihren Besuch lange vorbereitet hat, konnte man ihr ansehen. In einem landestypischen Kimono bewegte sie sich den Tag über durch die Anlage, genau wie ihre Freundin Astrid Zacharias. "Mein Kimono ist zwar nicht selbst gemacht, dafür aber schon sehr alt", sagt die 25-Jährige, die extra aus München zum Fest kam. Beide beschäftigen sich schon länger mit der Kultur Japans. "Wir haben in Köln Japanologie studiert", sagen sie. Und natürlich waren auch beide schon dort. "Ein Semester konnte ich in Tokio verbringen. Das war echt der Hammer", sagt Gülyz.

Der traditionelle japanische Tanz (Nihon Buyo) ist bei den Besuchern des Gartenfestes sehr beliebt. Kinuyo Watanabe lehrt ihn in Kursen des EKO-Hauses. Nach der Sommerpause beginnen sie wieder im Oktober. Foto: Hans-Jürgen Bauer

Nach Niederkassel ins Eko-Haus kommen aber nicht nur sie gerne. Auch die rund 7000 Japaner, die in der Landeshauptstadt leben, schätzen das EKO-Haus, in dem regelmäßig kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen stattfinden. "Hier geht es moderner zu als in Japan", sagt beispielsweise Naomi. Die Mutter dreier Kinder (sieben, fünf und ein Jahr) wohnt seit fünf Jahren in Düsseldorf und genießt die Ausflüge zum EKO-Haus. "Düsseldorf ist sowieso eine tolle Stadt, gerade für die Kinder."

Schon die Kleinsten, ab drei Jahren, versuchen sich im Tanz. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Über so viel positive Worte und auch über die Besucher, die geradezu zum Gartenfest strömten, freute sich der Direktor des Hauses. "Bei uns kommen immer viele bekannte Menschen zusammen", sagt Takao Aoyama. "Wir vermitteln das japanische Lebensgefühl", betont er und weist auf den buddhistischen Tempel hin. Dieser ist das Wahrzeichen des 1993 eröffneten EKO-Hauses. Der knapp 30 Meter lange und 17 Meter hohe Bau entstand in nur drei Monaten, streng nach japanischem Vorbild und japanischer Bauweise.

Wer einen Blick in das buddhistische Heiligtum werfen möchte, kann dies an Werktagen machen oder eben beim Gartenfest. Jedes Jahr organisiert das Kulturzentrum das Fest, auf dem unter anderem Taiko-Trommler zeigen, was sie können. Dieses Mal gab es auch von der Düsseldorfer Choreographin Sabine Seume eine auf dem modernen japanischen Ausdruckstanz Butoh basierende Choreographie, eine Wuppertaler Ninjutsu-Gruppe und präsentierte landestypische Kampfkunst.

Dennoch ist der Garten ein Ort der Besinnung, auch wenn dort gefeiert wird. Viele Besucher fühlen sich nach einem Rundgang durch das europaweit einzigartige Kulturzentrum ausgeglichener. "Die Atmosphäre im und um das EKO-Haus herum ist einfach einzigartig", stellt Sarah Gülyz jedes Mal wieder fest.

(RP)