Düsseldorf: Ein Stadtbezirk ändert sein Gesicht

Düsseldorf : Ein Stadtbezirk ändert sein Gesicht

Für mehrere wichtige Bauvorhaben im Stadtbezirk 6 wurden in den vergangenen Monaten die Weichen gestellt. Insbesondere in den Stadtteilen Rath und Mörsenbroich stehen weitreichende Veränderungen an.

Es wird in den nächsten Jahren eine Herausforderung aber auch eine große Chance für Vereine, Kirchen und Institutionen in Mörsenbroich sein, die zahlreichen Neubürger, die sich auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Lenaustraße ansiedeln werden, für sich zu gewinnen und in das Stadtteilleben zu integrieren. Insgesamt 3000 Bürger sollen in der "Gartenstadt Reitzenstein", dem größten Neubaugebiet für Einfamilienhäuser in Düsseldorf, in den nächsten Jahren ein Zuhause finden. Für sie sind ein Nahversorgungszentrum, eine fünfzügige Kindertagesstätte und eine Jugendfreizeiteinrichtung vorgesehen. Nach zahlreichen Verzögerungen konnte im vorigen Jahr der Spatenstich für die ersten Gebäude erfolgen. Die ersten Bewohner sollen im Frühjahr einziehen.

Mehr als 1000 Wohneinheiten, etwa 350 Einfamilienhäuser und rund 700 Eigentums- und Mietwohnungen, sind geplant. Diese werden von Bauträgern, Investoren und privaten Bauherren errichtet. Die Düsseldorfer Gentes Gruppe beispielsweise, die im November den ersten Bauabschnitt begonnen hat, hat nach eigenen Angaben bereits alle 53 dort individuell geplanten Architektenhäuser verkauft. Und auch das Ratinger Unternehmen Wilma, das 200 Häuser in sieben verschiedenen Typen bauen möchte, meldet eine hohe Nachfrage.

An der Westfalenstraße in Rath stehen ebenfalls Veränderungen an. Hier soll auf dem 6,7 Hektar großen ehemaligen Betriebsgelände der Firmen Sack und Kiesselbach und Paguag ein neues Wohngebiet mit bis zu 500 hochwertigen Wohneinheiten, einem großen Marktplatz, Einzelhandel, Dienstleistung und einer Kindertagesstätte entstehen.

"Wir befinden uns zurzeit in einer sehr arbeitsreichen wichtigen Planungsphase, an der mehrere Planungsgruppen beteiligt sind", sagt Ruth Orzessek-Kruppa, stellvertretende Leiterin des Stadtplanungsamtes. Gleich mehrere Ämter, wie das Grünflächen- und Verkehrsplanungsamt, arbeiten die Details für das Bebauungsplanverfahren aus. Dazu gehören beispielsweise die Geschosszahl der Häuser, die Dachformen, die Lage der Stellplätze, die Anzahl und Positionen von Sitzbänken und die Straßenführung. Dafür sind Gutachten notwendig. Das Ergebnis soll im Frühjahr bei einer öffentlichen Auslegung vorgestellt werden. Spannend sind zurzeit auch die Entwicklungen an der Theodorstraße. Zwei konkurrierende Unternehmen, Möbel Schaffrath und Möbel Höffner, haben dort Grundstücke erworben, um Möbelhäuser zu errichten.

Schaffrath möchte ein drei- bis viergeschossiges Gebäude mit bis zu 40 000 Quadratmetern Fläche errichten. Höffner plant ein Möbeleinrichtungshaus und einen Möbelmitnahmemarkt, ein Bürogebäude für die Firma Technip, ein Hotel, Wohnungen und eine Kindertagesstätte. Die Firma will nach eigenen Angaben dafür 200 Millionen Euro investieren. Ob es aber zu einer Umsetzung der Pläne kommt, ist im Moment fraglich. Denn Höffner war bei den Planungen davon ausgegangen, keine Konkurrenz am Standort zu erhalten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE