Urdenbach: Ein Maler, der gerne kocht

Urdenbach : Ein Maler, der gerne kocht

Er ist etwas Besonderes: Ulrich Hecht aus Urdenbach. Bei den Eishockey-Frauen des DEC Düsseldorfer Devils trainiert der 47-Jährige die Torhüterinnen. "Fachkundiges Torwarttraining ist im Frauen-Eishockey nicht selbstverständlich", bestätigt Devils-Chefin Bärbel Kettermann und nennt Hechts Engagement für den NRW-Ligisten einen Glücksfall.

Beim einstigen Regionalligateam NEC Neuss hat Hecht als Verteidiger auf dem Eis gestanden. Bei den Kölner Haien betreute er als Trainer die Keeper, unter anderem Nationaltorhüter Peppi Heiß. Auch den aktuellen Mann vor dem deutschen Tor, Dimitri Pätzold, hat er in Köln in der Jugend gefördert. Mit dem Mädchenteam der Neusser Huskies durfte Hecht 1993 den Titel als Deutscher Meister feiern.

"Man muss sich kennen", lautet sein Rezept für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Torfrau und Trainer. Mit dem Devils-Talent Elisa Bendig hat sich Hecht ein hohes Ziel gesetzt. "Ich will sie in die Nationalmannschaft bringen." Fitness und Ehrgeiz sind vonnöten — und Talent. Aktueller Trainingsschwerpunkt ist die Fanghand. Immer wieder werden Abpraller simuliert. "Sie fängt gut", urteilt der Coach, der auch mit Fußballkeepern gearbeitet hat, etwa beim G SV und beim TSV Urdenbach.

Ein Freund der DEL ist Eishockey-Freak Hecht allerdings nicht. "Dort wird der deutsche Nachwuchs vergessen", kritisiert er. Seinen Beruf als Maler und Lackierer übt er gemeinsam mit seinem Bruder Stefan und zwei Mitarbeitern im Urdenbacher Familienbetrieb aus. Als Boss sitzt der 71-jährige Vater Karl-Heinz im Büro. Das Renovieren von Decken, Wänden, Böden und Fassaden bestimmt in erster Linie seinen Tagesablauf. "Eishockey, das ist meine Auszeit", erklärt Hecht. Zwei- oder dreimal pro Woche muss man einfach abschalten können.

Immer weniger Zeit kann Hecht seinem Hobby "Musik machen" widmen. Den Neben-Job als DJ hat er inzwischen aufgegeben. Mit seinem Freund Thomas Althausen legte Hecht viele Jahre in Discos Platten auf und sorgte in Clubs und auf Partys für Stimmung. Im Wuppertaler "Butan" bedienten Ulrich und Thomas rund 3000 Gäste mit Musik der Richtungen "House" und "Trance". Rund 700 Platten gehören zu seiner Sammlung. "Ausschließlich Vinyl", sagt Hecht. "Das klingt einfach besser."

Mit Ehefrau Anne-Rose teilt Ulrich Hecht das Interesse an der Fußball-Bundesliga. Ulrich steht auf Fortuna Düsseldorf. Seine Frau drückt Schalke 04 die Daumen. Derzeit kein Problem. "Das wird in der nächsten Saison schwierig", sagt Hecht mit Blick auf Fortunas Aufstiegsambitionen.

Sollte es tatsächlich zu ehelichen Unstimmigkeiten angesichts Rhein-Ruhr-Duelle kommen, wäre ein gemeinsames Essen eine passende Gelegenheit zur Versöhnung: "Ich koche nämlich", verrät Hecht. "Gerne und gut." Tipps besorgt er sich im Fernsehen bei "Lanz kocht". In der Rommerskirchener "Oldiethek" von Horst Lichter haben sich beide schon oft ein Ess-Erlebnis gegönnt. Ulrich Hecht schwärmt besonders vom Maronensüppchen. "Auch die Gemüse-Variationen sind ein Genuss."

(hel)
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