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Oberkassel: Ein leerer Raum randvoll mit Kunst

Oberkassel : Ein leerer Raum randvoll mit Kunst

Für ihre Ausstellung "Monitor" haben die Künstler Astrid Piethan und Jörg Koslowski mit den Wänden eines leeren Saals gearbeitet. Das Ergebnis sind erstaunte Besucher, die erst einmal die Orientierung verlieren.

Gut versteckt, im Innenhof einer kleinen Seitenstraße, liegt das Atelier von Matthias Erntges. Betritt der Besucher dessen Ausstellungssaal, herrscht zuerst Verwirrung: Bin ich hier falsch? Wo ist die Kunst? Ein leerer Raum, weiße kahle Wände, nur das grelle Licht der Neonröhren an der Decke — bei der Ausstellung "Monitor" muss man die Kunst wohl erst suchen.

Vom ersten Eindruck ein wenig irritiert, lassen die Besucher kritische Blicke durch den Raum schweifen. Viel gibt es ohnehin nicht zu beäugen. Daher gelangen die meisten schnell zu den Wänden. Dann schließlich die Erleuchtung: Die großen Türen, die feinen Risse und stumpfen Nägel im Mauerwerk, sogar die Farbflecken — zwei der Wände gleichen sich bis in das kleinste Detail.

Irritation und Staunen ist genau das, was Astrid Piethan und Jörg Koslowski bei den Betrachtern erreichen wollen. Zusammen bilden sie das Künstlerduo "Dan Dryer", das 2012 mit dem "Space Art Award" ausgezeichnet wurde. Beide studierten visuelle Kommunikation in Aachen und entwickelten anschließend jahrelang Projekte im Bereich Videokunst und Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

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In ihrer aktuellen Ausstellung dreht sich alles um neue Perspektiven und die unterschiedliche Wahrnehmung der Realität. "Die Wände sind nicht gespiegelt, sonder exakt kopiert worden", sagt Jörg Koslowski. "Es ist immer sehr interessant zu beobachten, wie die Menschen auf unsere Arbeit reagieren und wie sie hartnäckig nach der Kunst suchen. Manchmal gehen sie auch einfach wieder raus."

Vier Tage lang fertigten die Künstler das Duplikat in mühsamer Kleinarbeit an. Dessen "Mauerwerk" besteht aus Gipskarton und die Tür aus Holz. "Um die Abnutzung und die gelben Flecken nachzubilden, haben wir Graphit und Lacke, aber auch Bier und Bananenschalen benutzt", sagt Astrid Piethan. "Ähnlich wie bei einem Computer, wo man oft Dinge kopiert und an anderer Stelle einfügt, sollte der Detailreichtum möglichst groß sein."

Das Atelier eignet sich besonders für die Wandkopie. Auf der Straße sieht man die Fenster des Saals. Im Inneren jedoch werden diese von der Tür der neu gebauten, vorgelagerten Wand vollständig verdeckt. "Die Leute verlieren völlig die Orientierung und begreifen erst nach und nach, dass sie sich tatsächlich im Atelier befinden", beobachtet Koslowski. Das Atelier mit dem schlichten Namen "Raum" gehört Matthias Erntges. Der Kurator hat in seinen vier Wänden schon viele Künstler betreut, die mit der "natürlichen Beschränktheit" des Saals experimentiert haben. "Wir brauchen keine großen künstlerischen Begriffe für den Saal oder die Ausstellungen", meint er. "Dieser Minimalismus ist eine neue Herausforderung für die Künstler und sie haben alle Freiheiten, sich in diesem Raum zu verwirklichen."

Die Ausstellung kann noch bis zum 12. April besucht werden und ist jeden Samstag von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum "Raum" an der Sonderburgstraße gibt es im Internet.

(mro)