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Serie Kunst im Stadtteil: Kriegerdenkmal in Lohausen: Ein großer Adler wacht über die Gefallenen

Serie Kunst im Stadtteil: Kriegerdenkmal in Lohausen : Ein großer Adler wacht über die Gefallenen

Gegenüber der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Lohausen, an der Straßenkreuzung Nagelsweg und Im Grund wird seit 1925 der Opfer des Ersten Weltkrieges gedacht. Dort steht das imposante Kriegerdenkmal, das der Lohauser Künstler Josef Pallenberg (1882 bis 1946) geschaffen hat.

Auf einem rund drei Meter hohen und 1,60 Meter breiten Naturstein thront eine große Adlerskulptur aus Bronze, die eine Flügelspannweite von 4,50 Meter hat und rund zwei Meter hoch ist. Der Adler wird als Symbol für Unsterblichkeit, Mut, Weitblick und Kraft eingesetzt und gilt auch als Sinnbild für den Aufstieg in den Himmel und die Erlösung der Seele.

Pallenberg war bekannt für seine Tierplastiken. Eine seiner Techniken bestand darin, von toten Tieren Abgüsse anzufertigen. In Düsseldorf findet man beispielsweise noch im Hofgarten die naturnahe Abbildung des "Röhrenden Hirsches", für den Pallenberg 1907 die preußische goldene Medaille für Kunst erhielt. Die große Bronzeskulptur des Kriegerdenkmals wäre beinahe vernichtet worden, denn im Zweiten Weltkrieg sollte sie eingeschmolzen werden. Sie wurde abmontiert, entging aber ihrem Schicksal und konnte dann 1953 diebstahlsicher erneut auf dem Felsen verankert werden. 1967 erhielt das Denkmal eine neue Schrifttafel, die den Satz "Unseren Toten beider Weltkriege 1914 bis 1918, 1939 bis 1945" trägt. Die alte Metalltafel mit den Namen der Opfer des Ersten Weltkrieges wurde am rechten Seitenaltar der benachbarten Kirche angebracht. Auch sie wäre beinahe vernichtet worden, war als Metallspende abmontiert worden.

Der Lohauser Heinrich Pannen entdeckte diese aber durch Zufall bei einem Schrotthändler, durfte die Tafel mitnehmen und versteckte sie bis zum Kriegsende. "Die Stammkompanie der Schützenbruderschaft hat für das Denkmal eine Patenschaft übernommen. Sie pflegt das Umfeld und am Schützenfest und im Herbst wird dort ein Kranz von uns aufgestellt", sagt Schützenchef Peter Keulertz.

(brab)