Oberkassel: Ein Baum für die Freundschaft

Oberkassel: Ein Baum für die Freundschaft

Seit fünf Jahren besteht die Kooperation zwischen dem japanischen Hilfswerk "Takenokai" und der Oberkasseler Diakonie. Als Zeichen der Verbundenheit wurde ein Kirschbaum im "Garten der Sinne" zwischen Dorothee-Sölle-Haus und Zentrum plus gepflanzt.

"Take (Bambus) hat feste Wurzeln, die sich nach allen Seiten ausbreiten und dem Boden Stabilität geben. Der Bambus ist stabil und biegsam zugleich." Diese Eigenschaften haben für das japanische Begegnungs- und Hilfswerk "Takenokai" kurz "Take", Symbolcharakter. Vor fünf Jahren wurde es durch einen Kooperationsvertrag mit der Diakonie in Düsseldorf verknüpft.

Die Verbundenheit wurde durch die Pflanzung eines japanischen Kirschbaumes im sogenannten "Garten der Sinne" zwischen Dorothee-Sölle-Haus an der Hansaallee und dem Wohnpark mit Zentrum plus an der Gemünder Straße 5 dokumentiert. "Damit wollten wir ein sichtbares Zeichen unserer Zusammenarbeit setzen", sagt Take-Vorsitzende Yoko Ophei-Saito.

In einer kleinen Feierstunde wurde der junge Baum vom Heerdter Gartenbaubetrieb Günther Vishers im Beisein von Bezirksvorsteher Rolf Tups und Yasuyuki Soma, Vize-Konsul des japanischen Generalkonsulats, gepflanzt. Und zwar so umsichtig — den Wurzelballen hat Vishers gekühlt — dass das Bäumchen noch in diesem Jahr blühen wird.

Kultur mit anderen teilen

Yoko Ophei-Saito und ihre Stellvertreterin Akiko Asai-Berger, beide haben deutsche Ehemänner und leben etwa 30 Jahre in Düsseldorf, berichten von den Anfängen der japanisch-deutschen Kooperation. "Bereits vor zehn Jahren, damals befand sich die Begegnungsstätte (heute Zentrum plus) noch an der Arnulfstraße, haben wir die ersten Schritte gewagt", so Yoko Ophei-Saito. Denn: "Wir wollen ja in Düsseldorf bleiben und haben uns gefragt: Was geschieht, wenn wir älter werden?"

So habe man sich in lockerer Runde einmal im Monat getroffen, um den Aufbau einer Begegnungsstätte zu planen. Mit dem Ziel, Strukturen aufzubauen für ältere Japaner, die bis zum Lebensende in Düsseldorf bleiben wollen. Yoko Ophei-Saito: "Wir haben uns in japanischen Clubs umgesehen und uns auch in anderen Gemeinschaften informiert mit dem Ergebnis, dass es ohne die deutsche Gesellschaft nicht geht." Sich nicht abschotten, sondern "unsere Kultur mit anderen teilen", sei Devise. Zufällig habe sie die Begegnungsstätte an der Arnulfstraße kennengelernt und festgestellt: "Hier ist der richtige Platz."

Gemeinschaftsgefühl stärken

Aus dem lockeren Verbund wurde schließlich ein Verein, auch, "damit wir ernst genommen werden", wie Yoko Ophei-Saito lachend bemerkt. Und das werden sie, denn der Verein hat inzwischen 52 japanische Mitglieder, die Hilfe bekommen beispielsweise durch Fortbildung, Vortragsreihen (deutsch-japanisch) und Vermittlung japanisch-sprechender Betreuung bei Pflegefällen oder Aufnahme in ein Krankenhaus und bei Todesfällen. Außerdem wird über das deutsche Sozialgesetz informiert. Angestrebt wird auch die gegenseitige Unterstützung und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. "Wir haben einiges vom christlichen Glauben übernommen", sagt Yoko Ophei-Saito, die übrigens auch bekannt durch ihre Arbeit in der Dominikus-Apotheke ist.

In Kooperation mit der Diakonie werden japanisch-deutsche Begegnungen angeboten, wie Musikalische Lesestunde, Hortensienfest, Seniorentag oder gemeinsames Kochen. Geplant ist, das einstige Origami-Angebot aufleben zu lassen.

(RP/anch)
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