Lörick: Ein Amboss als Erinnerung an die Stahlindustrie

Lörick : Ein Amboss als Erinnerung an die Stahlindustrie

In einer Serie stellt die RP die bekanntesten Kunstwerke in den Düsseldorfer Stadtteilen vor.

Über viele Jahrzehnte hinweg war Lörick ein wichtiger Standort für die Stahlindustrie. Anwohner Peter Leyendecker lebt seit mehr als 30 Jahren im Stadtteil. Er erinnert sich: "Früher gab es hier zahlreiche Fabriken und Werke rund um die Hansaallee." Es sind die kleinen Details, die den älteren Anwohnern noch gut im Gedächtnis geblieben sind: die grauen Wandfassaden der Industriebauten, dampfende Schornsteine oder die Leuchtreklame der alten Guss-Stahlwerke in Oberkassel. "Das Erscheinungsbild hat sich jedoch im Laufe der Jahre vollkommen verändert", sagt der 74-Jährige. "Heute gibt es im Stadtteil nur noch Wohnhäuser und Geschäfte."

Im Jahr 1898 wurde das Stahlwerk "Krieger" in Lörick errichtet. Nach der Weltwirtschaftskrise ging die Fabrik in den Besitz der Ruhrstahl AG über. Später wurde daraus die Thyssen Gießerei. Mit der Schließung des Werkes im Jahr 1982 verschwand die Schwerindustrie aus dem linksrheinischen Stadtteil vollständig.

Eine kleine Erinnerung an die alten Industrie-Zeiten ist den Lörickern jedoch noch geblieben: der Amboßplatz und sein kleines Denkmal. Mehr als zwei Meter hoch auf einer Sandsteinsäule steht der Amboss auf dem gleichnamigen Platz und soll an die große Industriegeschichte des Ortes sowie die ehemalige Arbeitersiedlung dort erinnern. Die Inschrift auf der Plakette des Sockels ist nur noch schwer lesbar, aber sie belegt: Das Gusseisen-Produkt ist ein Original aus dem alten Thyssen-Werk.

Der Sockel selbst wurde 1981 vom Bürgerverein-Lörick gestiftet. "Es ist schön, dass man auf diese Weise immer wieder an die Geschichte des eigenen Stadtteils erinnert wird", sagt Leyendecker. "Der Amboss ist ein wichtiges Überbleibsel eines historischen Wirtschafts-Standortes."

(mro)