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Düsseltal: Staatsanwältin sagt als Zeugin im Rotlicht-Prozess aus

Düsseltal : Staatsanwältin sagt als Zeugin im Rotlicht-Prozess aus

Im selben Prozess, aber in neuer Rolle trat eine Staatsanwältin gestern vorm Landgericht auf. An 182 Prozesstagen vertrat die 37-Jährige seit Mitte 2013 die Betrugsanklage im so genannten Rotlicht-Prozess. Gestern musste die Anklägerin gegen Ex-Bordell-Chef Thomas M. und zwei seiner Ex-Mitarbeiter die Robe ablegen und in den Zeugenstand treten. Gefragt waren Details aus ihren Ermittlungen ab 2011 rund um Bordelle an der Rethelstraße sowie ihre Beteiligung an Vernehmungen. Wesentliche Neuigkeiten enthielt der erste Teil ihrer Aussage bisher nicht. Am Montag muss die Staatsanwältin noch einmal in den Zeugenstand.

Seit Juli 2013 wird Ex-Bordell-Chef M. (51) und einigen Ex-Mitarbeitern vorgeworfen, in Bordellen an der Rethelstraße und in einem Erotik-Hotel in Bahnhofsnähe mit Alkohol, Drogen oder K.-O.-Tropfen systematisch dafür gesorgt zu haben, dass Bordellkunden betäubt, ihre Kreditkarten bis ans Limit belastet wurden. Keiner der Angeklagten hat das bisher bestätigt. Jetzt soll die von Anfang an ermittelnde Staatsanwältin auf Drängen der Verteidiger aber offen legen, wie welche belastenden Zeugenaussagen zustande kamen, welche polizeilichen Maßnahmen zur Ermittlung angewandt wurden. Dabei stellte die 37-Jährige klar, sie habe "kaum noch eigene Erinnerungen" an alle Ermittlungsdetails. Sie räumte aber ein, dass es zumindest eine Polizeiaktion "ohne Rechtfertigung" gab: Als nämlich Polizisten heimlich an einem Auto aus dem Kreis um Thomas M. einen Reifen aufgeschlitzt hatten, damit jener Wagen nicht mehr bewegt werden - und die Polizei ungestört ein Abhörgerät installieren konnte. Weil diese Aktion vom Einsatzplan nicht gedeckt war, wurde damals gegen Einsatzkräfte ermittelt, das Verfahren später jedoch eingestellt - auch, weil die Polizei den Reifenschaden zügig ersetzt hat.

Die Strafverteidiger, die jetzt die Vernehmung der 37 Jahre alten Staatsanwältin erzwungen hatten, kündigten an, die Anklägerin nun rund 16 Stunden lang befragen zu wollen. Den zweiten Teil ihres Zeugenauftritts wird die Staatsanwältin am kommenden Montag absolvieren.

(RP)