Düsseldorf Kunst am Bau: Familienleben rund um die Haustür

Düsseldorf · Die Fassaden vieler Häuser sind mit Kunstwerken geschmückt. Aber sie werden im Vorbeigehen oft übersehen. Oft fallen sie erst auf den zweiten Blick auf. Die Rheinische Post stellt in einer Serie besonders gestaltete Fassaden vor.

 Rene Küter und sein Team pflegen ab sofort in Unterrath, Rath und Lichtenbroich pflegebedürftige Menschen auch in ihrem Zuhause.

Rene Küter und sein Team pflegen ab sofort in Unterrath, Rath und Lichtenbroich pflegebedürftige Menschen auch in ihrem Zuhause.

Foto: Recke-Stiftung

Dort, wo in Düsseltal die Windscheidstraße auf die Grunerstraße trifft, steht ein Haus mit einer besonderen Haustür: Um den Eingang von Nummer 19 zeigen sieben Muschelkalkreliefs Bilder aus dem häuslichen Familienleben Mitte der 50er Jahre zeigen. Auf den senkrecht angeordneten Platten sind Szenen mit Titeln wie "Mütterlichkeit", "Reinlichkeit", "Belehrung" und "Zucht" abgebildet, die allerdings nur noch schwer zu erkennen sind. Die in die Muschelkalkplatten eingearbeiteten Figuren zeigen zum Beispiel, wie eine Mutter ihr Kind wäscht oder ein Mann ein über sein Knie gelegtes Kind schlägt.

Das Haus in der Windscheidstraße 19 wurde wie das Nachbarhaus 1955 gebaut. Auch dort befinden sich Reliefs. Diese befassen sich thematisch mit dem Erfolg im Beruf, über der Tür sind Geldstücke abgebildet. Der Schmied und der Ingenieur finden sich auf den Platten ebenso wie die Marktfrau oder die Gärtnerin. Wer die Reliefs angebracht hat, ist nicht bekannt.

An der großen, stark befahrenen Dreieckskreuzung sind kaum Fußgänger unterwegs. Und denen, die an den beiden Häusern - meist eilig - vorbeigehen, fallen die Muschelkalkbilder kaum auf. Dirk Schurse (47) läuft fast täglich die Windscheidstraße entlang. Die Reliefs hat er schon bemerkt, allerdings hat er sie sich nie genauer angesehen. Die Idee, Kunst an Häuserfassaden anzubringen, findet er gut. "Die Reliefs beleben den Eingang ein wenig, es ist schade, dass sie wenig auffallen", meint er.

 Die Muschelkalkbilder mit Szenen aus dem Leben machen die Eingänge von Häusern an der Windscheidtstraße interessant.

Die Muschelkalkbilder mit Szenen aus dem Leben machen die Eingänge von Häusern an der Windscheidtstraße interessant.

Foto: hans-Jürgen Bauer

Ganz anders geht es Sieglinde Hofferbert: Sie wohnt in Haus Nummer 17 und kennt die Bilder genau. "Ich habe sie alle mal fotografiert, als sie noch besser in Schuss waren", erzählt die 73-Jährige, die seit 27 Jahren in dem Haus in der Windscheidstraße wohnt. "Leider sind vor allem die Platten an diesem Haus durch die Witterung schon sehr kaputt."

(anma)
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