Düsseltal: Hoffnung auf den Höckerschwan

Düsseltal: Hoffnung auf den Höckerschwan

In der Bezirksverwaltung 2 wird das Gänsemanagement des Gartenamtes stark kritisiert.

Tobias Krause vom Gartenamt gab sich gestern in der Bezirksvertretung 2 alle Mühe, das Maßnahmenkonzept zur Reduzierung der Kanadagänse in Düsseldorf im Allgemeinen und im Zoopark im Besonderen den Politikern nahe zu bringen. Von Pflanzen mit hohem Anteil an ätherischen Ölen wie dem Gilbweiderich, die Gänse verschmähen, war die Rede. Von dem Reduzieren des Geleges (zwei Eier belassen, sechs entnehmen). Oder es dem Höckerschwan als natürlichem Feind besonders angenehm zu machen, "denn der duldet keine Gans neben sich". Auch soll stärker gereinigt und ein neues Hinweisschild (Füttern verboten!) aufgestellt werden. All das, so Krause, soll dazu beitragen, dass die Gänsepopulation "mittelfristig minimiert" wird. Heißt für 2018: "Nur" noch 100 Gänse statt 140 in 2017.

Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen sei das Konzept ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen worden wie im Beirat der Unteren Naturschutzbehörde. Nicht so in der für den Zoopark zuständigen Bezirksvertretung 2, wie Bezirksbürgermeister Uwe Wagner sofort klarstellte. "Absolut enttäuschend" empfand er die geplante Vorgehensweise, da sie kurzfristig keine Verbesserungen in Aussicht stelle, Liegewiesen im Zoopark auch weiterhin nicht nutzbar sein würden, Erkenntnisse, dass Gänse bestimmte Pflanzen nicht mögen, bereits seit vielen Jahren bekannt seien. Und das Wort "Vertreibung" mit keiner Silbe erwähnt werde.

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"Mir ist kein Mittel bekannt, mit dem Gänse dauerhaft vertrieben werden können", sagte Krause. Die Jagd sei in einem befriedeten Bereich wie einem Park ohnehin nicht erlaubt (und auch nicht zielführend, morgen seien andere Gänse da). Lasergeräte, wie sie am Flughafen gestestet würden, seien für Menschenaugen brandgefährlich, bei Gänsen aber wirkungslos. Bei akustische Geräten (Ultraschalldruck) "platzen sämtlichen Hunden im Park die Trommelfelle".

Ulf Montanus (FDP) wollte wissen, warum man nicht das Gelege komplett durch Gipseier austauschen könne, "und zwar alle". Das würde man nur bei Inseln machen, die allein mit einem Boot erreicht würden, sonst sei die Kontrolle (und mögliche Entnahme der Eier) alle zehn Tage effektiver, so Krause. Außerdem: "Es gibt auch Menschen hier, die finden die Gänse toll. Wir bevorzugen den Mittelweg." Bleibt also doch allein der Höckerschwan, an den sich auch Michael Kendura (SPD) klammert. Nur: Das Schwanenpärchen im Zoopark fühlt sich dummerweise etwas abseits an der Mathildenstraße sehr wohl. "Wir setzen jetzt unsere Hoffnung auf ein zweites Pärchen, das sich auf der Insel im Weiher niederlassen und brüten soll", erklärte Krause. Dem werde dort mit viel Laub alles ganz kuschelig gemacht. Dass, wie Wagner sich von Dauerbesuchern im Zoopark hat berichten lassen, sich das erste Schwanenpaar ausgerechnet von einer Horde Gänse hat vertreiben lassen, versetzt Tobias Krause "mit Verlaub, in das Reich der Fabel - hat ja auch mit Tieren zu tun".

(arc)