Düsseltal : Eislaufen für alle Generationen

Im Stadion an der Brehmstraße bietet Bewegungspädagogin Connie Tanzer "Eislaufen pro Gesundheit" an. Ein Projekt, das sich speziell an Senioren richtet, die mal wieder ein paar Runden auf dem Eis drehen wollen.

Ihre weißen Schlittschuhe hat Emmi Weiser schon geschnürt, als sie noch die letzten Aufwärmübungen macht. Mehrmals hintereinander geht sie dafür in die Beuge, damit sich die Muskeln schön lockern. Dann betritt sie das Eis und zieht mühelos ihre Bahnen. Dass Weiser schon 85 Jahre alt ist, möchte man bei dem Anblick kaum glauben.

Gemeinsam mit etwa zehn anderen Senioren trifft sich die Düsseldorferin regelmäßig zum Eislaufen im Stadion an der Brehmstraße. Bewegungspädagogin Connie Tanzer koordiniert das Projekt "Eislaufen pro Gesundheit" und passt auf, dass keine Unfälle passieren. "Es wird besonders dann gefährlich, wenn man schon längere Zeit auf dem Eis ist und die Konzentration nachlässt", weiß die 56-jährige Trainerin, die früher als Leistungssportlerin auf dem Eis stand.

Die meisten der Senioren konnten bereits Schlittschuhlaufen, haben es aber länger nicht mehr probiert, bevor sie zur Gruppe gestoßen sind. "Als Kind war ich eine leidenschaftliche Läuferin. Mit vier stand ich zum ersten Mal auf Schlittschuhen", erinnert sich Weiser, die in der Nähe des Eisstadions aufgewachsen ist. Fast fünfzig Jahre ist die Seniorin danach nicht mehr auf dem Eis gewesen. Als ihr Enkel mit ihr Schlittschuhlaufen wollte, fing Weiser wieder an. Als sie dann im vergangenen Jahr in der Zeitung von "Eislaufen pro Gesundheit" las, war die 85-Jährige sofort Feuer und Flamme.

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"Die Senioren bringen alle eine Höchstleistung, wenn sie hier auf dem Eis stehen", sagt Projektleiterin Tanzer. Ihr ist es wichtig, dass die Teilnehmer Freude an der Sache haben. "Vor allem im Alter ist es wichtig, sich mit Bewegung fit zu halten. Eislaufen trainiert die Körperhaltung und ist die beste Sturzprophylaxe", sagt Tanzer.

Dass das wöchentliche Training an der Brehmstraße wirklich fit hält, kann auch Weiser bestätigen. "Wenn ich nach einer Stunde auf dem Eis wieder meine normalen Schuhe anhabe, kann ich wirklich einen Unterschied spüren. Als ob sonst brachliegende Muskulatur zum Leben erweckt worden ist", sagt Weiser. Ihre Eislaufkollegin Liz Ehler kennt den Effekt ebenfalls. "Ich bin froh, dass ich den Mut gefunden habe, hier mitzumachen", sagt sie. Auch der einzige Mann in der Gruppe, Gerhard Sieslack, ist von dem Projekt begeistert. "Ich will die Grundlagen auffrischen, um mit meinen Enkeln fahren zu können", so der 70-Jährige.

Vor Stürzen hat er keine Angst, auch wenn er schon zweimal auf dem Eis hingefallen ist. Dabei habe er sich zum Glück aber nicht sehr wehgetan. "Manche halten mich sicher für verrückt, weil ich in meinem Alter noch so eine Sportart mache. Aber nur, weil man Schlittschuh läuft, heißt das ja nicht gleich, dass man seine Gesundheit aufs Spiel setzt", sagt Sieslack. Das "Eislaufen pro Gesundheit" würde Tanzer, die neben den Senioren auch regelmäßig Schulklassen trainiert, am liebsten generationsübergreifend anbieten.

"Die Senioren können von den Kindern viel lernen und andersherum", sagt die 56-Jährige. Sie würde sich freuen, wenn sie in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Angebot für Jung und Alt auf die Beine stellen könnte. Erste Gespräche habe es bereits gegeben.

Zu welchen Zeiten die Eisfläche von den Senioren genutzt werden darf, können Interessierte bei Tanzer erfragen. "Ich freue mich über jeden, der bei uns mitmachen möchte."

(RP)