Düsseltal: Zwischen Zoopark und Rethelstraße

Mobile Redaktion : Zwischen Zoopark und Rethelstraße

Für die meisten Anwohner ist und bleibt Düsseltal das Zooviertel. Dass hier nur Reiche wohnen, ist ein Klischee. Lebenswert ist der Stadtteil aber allemal. Am Samstag kommt die Mobile Redaktion zum Zoopark.

Monika Maraun ist im sechsten Jahr Leiterin der Paulusschule, den Stadtteil aber kennt sie viel länger, „ich habe hier schon meine Ausbildung gemacht“, sagt sie. Unheimlich gewachsen sei Düsseltal seitdem, viele Quartiere sind drumherum entstanden, die Gartenstadt Reizenstein oder Grafental, die Auswirkungen auf die Paulusschule haben. „Die Betreuung im Stadtteil ist aber nicht mitgewachsen“, sagt die Direktorin. Das zeige sich vor allem in der Nachmittagsbetreuung: 200 OGS-Plätze gibt es, 50 Kinder stehen auf einer Warteliste. Maraun hat einfach keinen Platz. Nicht einmal die Turnhalle reicht für alle Klassen.

Zum Glück gibt es da den Zoopark, der einen Steinwurf von der Schule entfernt liegt. „Einmal im Jahr erlaubt uns die Stadt einen Sponsorenlauf durch den Zoopark“, sagt Maraun, die das Gefühl hat, dass die Düsseldorfer seit Orkan Ela bewusster auf die Grünanlagen in der Stadt schauen, auf den benachbarten Schillerplatz zum Beispiel oder eben den Zoopark. Der wurde schwer beschädigt, als der Orkan über die Stadt zog. „Viel hat sich getan“, findet Maraun, die die Anlage mit ihren Schülern nicht nur für den Sport nutzt, sondern auch, wenn Pflanzen oder Tiere auf dem Stundenplan stehen.

Elena Cazacu geht fast täglich mit Maxi im Zoopark spazieren. Foto: Marc Ingel

Quasi täglich geht Elena Cazacu mit Hund Maxi im Zoopark spazieren. „Weil er so grün und idyllisch ist, auch wenn es aktuell noch viele Baustellen gibt“, sagt sie. Renate Kox ist mit Töchterchen Laura im Zoopark unterwegs. „Es ist schon schön, so einen tollen Park direkt vor der Haustür zu haben. Und seit Ela hat sich hier viel zum Positiven verändert.“ Das findet auch Tagesvater Thomas Brinkmann, der mit seinem Zögling zum Wasserspielplatz gekommen ist. „Der Zoopark hat viel zu bieten, auch wenn offensichtlich noch nicht alles fertig ist, aber das wird schon“, ist er zuversichtlich. Was sich auf jeden Fall ändern müsse, sei die zu hohe Gänsepopulation, kritisiert Rentner Horst Möbius: „Die Stadt sagt, sie tut was, aber geändert hat sich in diesem Jahr so gut wie nichts. Die Viecher sind überall.“

Christine Bolland hat viele Familien mit Kindern unter ihren Kunden. Foto: Marc Ingel

Der Umbau des Zooparks erfolgt in drei Baubereichen. Im ersten Baubereich wurden bereits ein Großteil der wassergebundenen und asphaltierten Wege saniert. Außerdem wurden Bäume, Sträucher und Stauden sowie zahlreiche Blumenzwiebeln in den Wiesenflächen angepflanzt und das Fontänenfeld am Spielplatz erneuert. Aktuell wird der zweite Baubereich abgeschlossen. Dieser beinhaltet die Sanierung der Wassertreppe am Teich, den Neubau einer Boulefläche an der Faunastraße und die Sanierung weiterer Wegeflächen. In der Nähe der Eissporthalle wurden drei Bankliegen aufgestellt.

Zur Zeit erarbeitet das Gartenamt die Planung für den letzten Baubereich, der Beschluss dafür wird im Oktober angestrebt. Hier wird dann der Hundeauslaufplatz überarbeitet, eine Calisthenic-Anlage (eine Art Fitness-Station) integriert, der Bolzplatz überarbeitet und eine zusätzliche Brücke über die Düssel hergestellt. Abgeschlossen wird der Umbau voraussichtlich im Herbst 2019.

Eine, die zwar als Flinger Mädchen geboren wurde, aber seit mehr als 25 Jahren in Düsseltal lebt – mit Blick auf den Zoopark, ist Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD). Sie schätzt die Innenstadt-Nähe, die Mischung aus Großindustriellen und pragmatisch-unkomplizierten Menschen, „die sich alle im Zoopark treffen“, sagt sie. Die Spielplätze seien toll, die Zepuntke inzwischen wieder ganz intensiv besucht, mit ihrem Enkel, „das ist kein Hofgarten hier, sondern ein richtiger Stadtteilpark“. Ein Thema, das unbedingt in Angriff genommen werden muss, „ist der Ausbau der Radwege“, sagt Zepuntke – Graf-Recke-Straße, Rethelstraße und Lastring. Dafür sei der ÖPNV sensationell. Was sich die Bürgermeisterin noch wünscht für ihren Stadtteil, sind mehr Initiativen, die sich um die Nachbarschaft kümmern, die die Menschen zusammenbringen, ein Straßenfest organisieren. Vielleicht wird sich dieser Wunsch bald erfüllen, die Einzelhändler der Rethelstraße haben sich an einen Tisch gesetzt, man plant gemeinsame Aktivitäten.

Denn Düsseltal ist nicht nur der Zoopark, sondern vor allem auch die Rethelstraße. Die funktioniert als Einkaufsstraße, Leerstand sucht man vergebens, und nicht nur samstags ist es richtig voll. Dass unter den Kunden viele Familien mit Kindern sind, stellen Buchhändlerin Christine Bolland und Kollegin Elke Böttcher immer wieder beim gut laufenden Schulbuchverkauf fest. „Der kleine Wochenmarkt donnerstags und samstags oder auch zuletzt der schnuckelige Weihnachtsmarkt runden das Bild hier ab“, sagt Bolland. Gastronomie ist auf der Rethelstraße zwar rar, „dafür lohnt der Blick in die Seitenstraßen wie Weseler Straße oder Herderstraße“.