Düsseltal: Künstlerin gestaltet Zaun für Goethe-Gymnasium

Kunst : Künstlerin gestaltet Zaun für Gymnasium

Das Goethe-Gymnasium an der Lindemannstraße ist das Pilot-Projekt der Kunstkommission, die im März 2018 eingerichtet wurde. Ein Zaun soll mehr Kunst in den Stadtteil bringen.

Ein grauer hoher Zaun hat den Eingang zur Schule bisher verschlossen – trist, langweilig, ein Zaun, so wie er vor vielen Schulen steht. Das soll sich bald ändern, erste Überlegungen zur Umgestaltung des Zauns am Goethe-Gymnasium gab es bereits bei der Planung zum Anbau. Der ist in vollem Gange, das Richtfest ist schon gefeiert worden. „Es hat sich gezeigt, dass der Handlungsbedarf groß ist“, sagt Jörg-Thomas Alvermann, Vorsitzender der Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum in Düsseldorf. „Die Schule hat sich nach außen hin nicht richtig wahrgenommen gefühlt.“ Er stellte jetzt in der Bezirksvertretung 2 Pläne vor, wie aus einem Zaun Kunst wird. Nicht nur für die Schule, die Schüler und Lehrer. Der Zaun soll Kunst sein für den Stadtteil, er soll einladen, drumherumzugehen, dort zu verweilen, sich auseinanderzusetzen mit den Elementen, die eingearbeitet worden sind.

Selma Gültoprak aus Köln ist die Künstlerin, die das Projekt umsetzen wird. Sie hat bereits aus Metallplatten Formen geschnitten, die in der Kunstschmiede weiter bearbeitet wurden und werden. „Das Thema Goethe spielt eine Rolle“, sagt Alvermann. Und das Konzept ist noch nicht fertig. Vier Workshops wird es noch geben im Goethe-Gymnasium, mit Schülern aus dem Kunstkurs etwa, die weitere Elemente erarbeiten werden für den Zaun.

Der Zaun entlang der Lindemannstraße ist das Pilotprojekt der Kunstkommission. Als es die ersten Überlegungen dazu gab, da gab es die Kommission noch nicht. Die tagte erst im März diesen Jahres das erste Mal: Künstler, eine Stadtplanerin und Politiker, die sich für mehr Kunst im Stadtraum einsetzen. Da bei den Planungen des Anbaus noch kein Konzept für die künstlerische Gestaltung feststand, wurde die Kommission beauftragt. „Der Zaun ist unser Pilotprojekt“, sagt Alvermann. Entsprechend ist auch nicht alles auf Anhieb so gelaufen wie geplant. „Wir hatten zunächst ein einstufiges Wettbewerbsverfahren“, sagt der Vorsitzende des Gremiums, die Ergebnisse der vier Künstler überzeugten aber nicht. Man entschied sich für einen zweistufigen Wettbewerb, bei dem Künstler Ideenskizzen einreichten. „Fünf davon haben wir in die engere Wahl genommen“, sagt Alvermann. Am Ende entschied sich die Kunstkommission für Selma Gültoprak.

Zwei Dinge hat sie verbunden, die sowohl die Kommission als auch den Schulleiter Ralf Schreiber überzeugten: Zum einen umschließt der Zaun die Schule, versteckt sie auf der anderen Seite aber nicht, „der Zaun ist eine Einladung“, erklärt Alvermann. Er hofft, dass weitere Elemente entlang der Schumann- und der Goethestraße eingesetzt werden können. „Bisher reicht das Geld nur für die 62 Meter an der Lindemannstraße“, sagt Alvermann. 120.000 Euro ist die Auslobungssumme. Das kurze Stück an der Goethestraße würde zwischen 10.000 und 15.000 Euro kosten, das längere entlang der Schumannstraße 60.000 Euro. Einen kleinen Teil der Finanzierung könnte auch die Bezirksvertretung übernehmen, bot am Ende der Präsentation Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD) an.

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