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Düsseltal: Grüne gegen schnelle Umnutzung eines Bürohauses

Wohnbebauung : Streit um schnelle Wohnbebauung

Wohnungen werden dringend gebraucht. Dennoch stimmten Grüne und Linke in der Bezirksvertretung 2 gegen die Idee der Verwaltung, das alte Bürohaus an der Graf-Recke-Straße abzureißen und dort Wohnungen zu bauen.

Ein unattraktives Bürohaus steht auf dem Grundstück an der Graf-Recke-Straße mit der Hausnummer 82, ein Glaskasten umgeben von Beton aus den 90er Jahren. Fünf Geschosse hoch, davon stehen die meisten leer, die letzten Mietverträge laufen 2019 aus. Weil Wohnungen so rar sind, vor allem im Stadtbezirk 2, will ein Investor anstelle des Bürogebäudes ein Wohn- und Geschäftshaus bauen, in dem es Platz gäbe für 65 Wohnungen, die unterschiedlich groß wären – zwischen 60 und 160 Quadratmeter, zwölf davon gefördert. Eigentlich lässt der Bebauungsplan von 1990 Wohnungen erst ab dem vierten Stockwerk zu, die Idee ist aber, nur im Erdgeschoss entlang der Graf-Recke-Straße Gewerbe anzusiedeln.

Gegenwind für die Pläne bekam Nicola Seegers vom Bauaufsichtsamt bei ihrer Präsentation in der Bezirksvertretung 2. Über ein paar Befreiungen sollten die Stadtteilpolitiker abstimmen, unter anderem wird die Geschossigkeit überschritten, ein Staffelgeschoss soll auf die fünfte Etage aufgesetzt werden. „Das fünfte Geschoss wird von der Hauptfassade um etwa 1,50 Meter zurückgesetzt“, versuchte Seegers die ersten kritischen Fragen abzuwehren, die von Annelies Böcker (CDU) kamen. Die aber wollte absolute Zahlen, weil sie deutliche Unterschiede auf den Skizzen zur Umgebung bemerkte. 1,30 Meter wird der Neubau das Nachbarhaus überragen, sagte Seegers schließlich und konnte die erste stellvertretende Bezirksbürgermeistern schließlich besänftigen.

Harald Schwenk von den Grünen dagegen konnte sie nicht überzeugen von dem Vorhaben, der mehr als unglücklich ist mit der Vorlage. „Ich verstehe nicht, warum wir den Bebauungsplan kaputtmachen“, sagte Schwenk, der erwartet hatte, dass die Verwaltung den Rat bittet, den Bebauungsplan aufzuheben. „Wir haben schon für die Hausnummer 84 Recht für Wohnbebauung geschaffen“, so der Grünen-Fraktionssprecher, der bezweifelt, dass die Bezirksvertretung zuständig ist für diese Entscheidung.

Unüblich ist das Vorgehen der Verwaltung aber nicht, mit bestehenden Satzungen zu arbeiten und für Änderungen Befreiungen in der Bezirksvertretung einzuholen. „Würde der B-Plan aufgehoben, würde sich das ganze Projekt um zwei bis drei Jahre verzögern“, meinte Seegers, die Zustimmung bekam von Harald Neuhaus (CDU), für den Wohnen ganz prima in die Umgebung passt. Für Michael Kendura (SPD) ist das Bürohaus „ein Fremdkörper. Wir brauchen Wohnungen, wir wollen Wohnungen, und wenn wir Wohnungen so schneller bekommen, sind wir für die Befreiungen“, sagte Kendura.

Auch der Bauherr meldete sich zum Ende der Debatte zu Wort, der wie Nicola Seegers auf die lange Zeit verwies, die verstreichen würde, wenn ein neuer Bebauungsplan aufgestellt würde. „Die Aufrechterhaltung des Hauses, die sehr kostspielig ist, könnten wir über das nächste Jahr hinaus nicht leisten“, hieß es. Bezirksverwaltungsstellenleiter Gerhard Aschendorf nannte die Aufhebung des B-Plans „unnötige Bürokratie“. Die Stadtteilpolitik könne sicher sein, dass die zuständige Dezernentin Cornelia Zuschke die Bauvoranfrage abgezeichnet habe. „Wäre ein anderes Gremium zuständig, wäre es sicher aufgeführt“, sagte Aschendorf. Der Zusatzantrag von Harald Schwenk, nämlich den B-Plan aufzuheben, wurde nach einer langen Diskussion um das Bauvorhaben abgelehnt, SPD, CDU und FDP waren dagegen. Im Umkehrschluss lehnten Grüne und Linke die Bauvoranfrage ab, was aber keine Auswirkung hat auf das Ergebnis. An der Graf-Recke-Straße 82 werden Wohnungen gebaut, die so dringend gebraucht werden im Stadtteil, in Düsseldorf.