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Düsseldorf-Düsseltal: Erinnerung an jüdisches Haus

Erinnerung in Düsseldorf : Erinnerung an jüdisches Haus

Bis 1942 befand sich in Düsseltal ein Gemeindezentrum, das auch Zufluchtsort war.

Vor dem Haus Grafenberger Allee 78 bis 80 erinnert ein Gedenkstein an die Menschen, die dort einst gelebt, gefeiert, gelernt und eine Zuflucht gefunden haben. Mit einer Zeremonie wurde er jetzt enthüllt. Für den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Oded Horowitz, ist das Mahnmal „ein Zeichen dafür, dass Düsseldorf nicht nur offen, sondern dazu bereit ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen“. Den Anstoß für den „stählernen Stolperstein“, wie ihn Oberbürgermeister Thomas Geisel in seiner Rede bezeichnete, gab ein Schulprojekt des Albert-Einstein-Gymnasiums. Dessen Schüler wollten mehr über die Geschichte des Hauses an der Grafenberger Allee erfahren. Denn auf dem Grundstück befand sich bis Mitte 1942 ein Zentrum jüdischen Gemeindelebens, mit Kindergarten, Schule und Altenheim. Außerdem wurden dort Gebetsversammlungen abgehalten. Gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte entwickelte sich das ursprünglich nur im kleinen Rahmen angedachte Unterrichtsprojekt weiter.

„Anfangs wollten wir nur etwas über die Kinder erfahren, die dort zur Schule gegangen sind“, sagt eine Achtklässlerin. Doch schnell wurde klar, mit dem Haus verbindet die jüdische Gemeinde weit mehr, als die Jugendlichen gedacht hatten. Die Ende des 19. Jahrhunderts in New York gegründete Loge der jüdischen Organisation B’nei B’rith, die sich der Wohlfahrt verschrieben hatte, eröffnete in den 1920er Jahren dort ein Gemeindezentrum. Später kamen ein Kindergarten, eine Schule und ein Altenheim hinzu. Im Nationalsozialismus wurde das Gebäude zum Zufluchtsort. Von der bewegten Geschichte des Ortes zeugt nun das gut sichtbar aufgestellte, von der Grafikerin Suna Niemetz gestaltete Erinnerungszeichen. Neben einer Tafel, die sich allgemein mit der Historie des Gemeindehauses befasst, werden die Schicksale von Ida Sostheim und Kurt Lubascher exemplarisch dargestellt. Beide gingen dort zur Schule, wurden deportiert und starben im Konzentrationslager.

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Mit einer Schweigeminute, dem Choral „Eli Eli“ und dem Gebet „El Male Rachamin“ gedachte man ihnen und allen anderen Opfern des Nationalsozialismus in der Feierstunde. Für bewegende Momente während der Zeremonie sorgte Oberrabbiner Raphael Evers, der von einer Reise zur Mahn- und Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem berichtete und an die anwesenden Gäste appellierte: „Wir sind die Generation, die alles gesehen hat. Wenn wir nichts daraus gelernt haben, sind wir verloren.“