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Düsseltal: Bewährungsstrafe wegen Explosion durch Suizidversuch

Düsseltal : Bewährungsstrafe wegen Explosion durch Suizidversuch

Mit 18 Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, hat das Amtsgericht gestern einen Psychiatrie-Patienten (29) belegt. Im Oktober 2015 wollte er sich in seiner Mietwohnung in Düsseltal das Leben nehmen und hatte aus diesem Grund literweise Benzin in den Räumen verschüttet. Beim Anzünden waren durch die Wucht der verursachten Explosion aber Türen und Fenster aus der Verankerung gerissen worden. Die Wohnung brannte aus, der Schaden wurde auf eine halbe Million Euro geschätzt.

Im Prozess, der mit Rücksicht auf die psychische Erkrankung des Angeklagten gestern weitgehend hinter verschlossenen Türen abgehalten wurde, hat der 29-Jährige die Tat gestanden. Schon die Anklage ging davon aus, dass der 29-Jährige am Tattag wegen einer schweren depressiven Störung nur eingeschränkt schuldfähig war. Das hat sich durch die Aussage des Angeklagten und das Gutachten eines Gerichtspsychiaters im nicht öffentlichen Teil der Verhandlung offenbar bestätigt. Demnach hatte der 29-Jährige an jenem Morgen kurz nach acht Uhr den Entschluss gefasst, sich zu töten.

Vorher habe er aber noch rund zehn Liter Autobenzin in seiner Wohnung im Hochparterre verteilt, um durch ein Feuer alle Tatspuren zu tilgen. Statt zum Brand kam es aufgrund der Benzindämpfe allerdings zu einer Explosion, die die Wohnung schwer zerstörte, zu erheblichen Verletzungen beim Angeklagten führte und auch die acht anderen Wohnungen in dem dreigeschossigen Mietshaus massiv beschädigt hat.

Elf Mitbewohner konnten sich damals ins Freie retten, zwei von ihnen erlitten leichte Rauchvergiftungen. Die Fähigkeit des Angeklagten, das Unrecht seiner Tat einzusehen, war laut psychiatrischem Gutachten damals vorhanden. Aufgrund der depressiven Störung sei er aber nicht in der Lage gewesen, dieser Einsicht auch zu folgen. Das Urteil gegen den bisher völlig unbescholtenen Angeklagten erging wegen schwerer Brandstiftung und wegen Körperverletzung seiner Nachbarn. Aktuell bewohnt der 29-Jährige keine eigene Wohnung mehr, sondern wird in einer Diakonie-Unterkunft fachgerecht betreut.

(RP)