Vereinsleben in Düsseldorf Aus einem Ehrenamt wurden jetzt drei

Düsseldorf · Ines Hümmerich leitete bis vor kurzem einen Pflegedienst, den sie nun ihrer Tochter übergeben hat. Nun hat die Ruheständlerin mehr Zeit für ihre Enkel und ihre neuen Ehrenämter im Seniorenrat und der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath.

Nicht nur ihre fünf Enkel halten Ines Hümmerich auf Trab, sondern auch ihre drei Ehrenämter, zwei davon sind neu. Sie leitet nun die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath.

Nicht nur ihre fünf Enkel halten Ines Hümmerich auf Trab, sondern auch ihre drei Ehrenämter, zwei davon sind neu. Sie leitet nun die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath.

Foto: Andrea Röhrig

Was macht man als Mutter, wenn alle drei Kinder einen liebevoll dazu drängen, beruflich doch nun mal kürzerzutreten? Man sucht sich kurzerhand neue Ehrenämter. Parallel zur Leitung ihres 1995 gegründeten Pflegedienstes Aesculap sitzt Ines Hümmerich reits seit 2014 für die CDU ehrenamtlich in der Bezirksvertretung 9.

Als nun ihre Tochter, die auch im Pflege-Unternehmen mit Sitz an der Marbacher Straße tätig ist, sie bat, ihr mehr Verantwortung zu überlassen, kam Hümmerich der Bitte nach und überließ dieser nach einer einjährigen gemeinsamen Übergangszeit jetzt gerne das Feld.

Doch auch wenn sie nun mehr Zeit für ihre fünf Enkelkinder hat, suchte die Neu-Ruheständlerin nach weiteren Betätigungsfeldern. Und fand sie: So trat sie bei der Seniorenratswahl im Frühjahr für den Stadtbezirk 9 an und wurde gewählt. Und dann trug man ihr den Vorsitz der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath an. „Darüber habe ich dann doch eine Nacht schlafen müssen“, sagt sie. Letztlich sagte sie zu und stellte sich den Mitgliedern im April zur Wahl.

Ihr Vorgänger, Wilfried Loth, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten und hatte zudem schon die vergangenen Jahre kürzertreten müssen. Stellvertreterin ist nach wie vor Hannelore Prumbaum, die Hümmerich allzugerne den Vortritt lässt. Erste Reihe kann die temperamentvolle CDU-Stadtteilpolitikerin gut: „Ich habe keine Berührungsängste.“ Ihr Plan ist es, Präsenz zu zeigen und weiter Kontakte zu knüpfen, beispielsweise zur rührigen Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB), der Vertretung der Händlergemeinschaft. In der war sie mit ihrem Pflegedienst auch schon Mitglied.

Ein funktionierender Vorstand ist für die Heimatgemeinschaft vor allem in diesem Jahr wichtig: Denn diese wurde 1949 mit dem Ziel gegründet, am Wiederaufbau des heimatlichen Lebens mitzuwirken und eine Gemeinschaft für kulturelles Vereinsleben zu bilden.

Wer nun nachrechnet, kommt schnell darauf, dass in diesem Jahr das 75-jährige Bestehen ansteht. Parallel dazu wird das in den Verein integrierte Heimatarchiv, das unter der Leitung von Wolfgang D. Sauer steht, 45 Jahre alt. Um beides gebührend würdigen zu können, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Gefeiert werden soll im September übrigens in der Dankeskirche oder in deren angeschlossenem Arndt-Saal.

Der Verein, den vor Hümmerich und Wilfried Loth viele Jahre lang Marianne Holle leitete, hat aktuell 280 Mitglieder; es sind derzeit aber vor allem ältere Jahrgänge. Das möchte die inzwischen in Wersten lebende Seniorin, die in Benrath aufwuchs und dort, wie sie sagt „verwurzelt ist“, gerne ändern. Ein Ansatzpunkt ist das Engagement der Heimatgemeinschaft für den geplanten Ausstellungsraum für die jüdische Publizistin Lilli Marx im Bürgerhaus Benrath.

Mit diesem Projekt, das im Januar 2025 mit der Eröffnung der Ausstellungsfläche starten soll, sollen Schülerinnen und Schüler zum einen mit jüdischem Leben in Düsseldorf vertraut gemacht werden und, so hofft es die neue Vorsitzende, einen ersten Kontakt zur Heimatgemeinschaft knüpfen können. „Wir bieten Ausflüge, beispielsweise in die aktuelle Ausstellung zum Gasometer nach Oberhausen oder Wanderungen an“, sagt Hümmerich, da kann sie sich vorstellen, dass das auch jüngere Leute interessiert. Der monatlich stattfindende Dämmerschoppen ist aber eher etwas für die älteren Mitglieder. Und natürlich ist das Archiv ein Schatz für alle an der Heimatgeschichte interessierten Menschen.

Über den Verein können Spendengelder sowie Mittel aus der Bezirksvertretung 9 für das Marx-Projekt fließen. Wenn Zuschüsse zur Abstimmung anstehen, dann wird Hümmerich natürlich an dieser nicht teilnehmen. Wer jetzt denkt, ja klar Vetternwirtschaft – von wegen, zumeist ist es so, dass sich Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren, auch noch Ämter in anderen Vereinen haben.

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