Düsseldorf: Größerer Supermarkt und Schwimmbad an der Ulmenstraße

Bauvorhaben in Düsseldorf-Derendorf : Kommt Hallenbad an den Großmarkt?

Das Unterrather Bad könnte an die Ulmenstraße verlagert werden. Auch der Einzelhandel soll an der Piwipp gestärkt werden. Die Bürger werden an den Planungen im Rahmen eines Werkstattverfahrens beteiligt.

Das Gebiet am Rande des Großmarktgeländes an der Ecke Ulmenstraße und der Straße An der Piwipp soll neu entwickelt und aufgewertet, der bereits bestehende Einzelhandel erweitert werden. Gleichzeitig würde eine Neugliederung des Areals ermöglichen, dort einen Standort für das Unterrather Schwimmbad zu schaffen. Das heutige Schwimmbad an der Mettlacher Straße ist so sanierungsbedürftig, dass ein Neubau ähnlich hohe Kosten wie die Renovierung des Bades verursachen würde. Die Bädergesellschaft hat bereits eine Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen. Ergebnis: Der Standort an der Ulmenstraße wäre für ein Hallenbad durchaus geeignet.

Eine Verlagerung biete den Vorteil, dass eine Nutzung des Bades am jetzigen Standort bis zur Fertigstellung eines Neubaus fortgeführt werden könnte – was besonders für den Schwimm-Unterricht der Schulen wichtig wäre. Für das Areal des heutigen Hallenbades könnte dann eine neue Nutzung entwickelt werden, heißt es von der Verwaltung. Über den öffentlichen Nahverkehr wäre das neue Bad außerdem gut erreichbar. Und an der Ulmenstraße könnten mehr Parkplätze und Abstellmöglichkeiten für Schulbusse geschaffen werden.

Für die beiden Standorte sollen die Ziele der gewünschten Entwicklung mit Bürgern und Anliegern in einem Workshop im Oktober „ergebnisoffen“ diskutiert werden. Die Ergebnisse würden dann in das Bebauungsplanverfahren einfließen. Für den Bereich an der Mettlacher Straße soll zum Beispiel diskutiert werden, „welche Nutzungen in welchen Kombinationen und mit welchen städtebaulichen Konzepten gebraucht werden“. Dort könnte etwa ein kleines Stadtteilzentrum entstehen. Auch Wohnbebauung war immer wieder im Gespräch.

Das Gebiet an der Ecke Ulmenstraße wird im Wesentlichen durch gewerbliche Strukturen und Einzelhandel geprägt. Planungsziele dort sind die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Erhalt sowie die Stärkung des vorhandenen Rewe-Supermarktes. Der benachbarte Toom-Baumarkt ist aufgrund seiner geringen Verkaufsflächengröße nicht mehr zeitgemäß und wird geschlossen. Das Grundstück wurde schon vor drei Jahren an Rewe veräußert, so dass dort nun ein großer Supermarkt entstehen kann.

Die Planungen ermöglichen außerdem eine städtebauliche Neuordnung der Situation an der Kreuzung Kalkumer Straße / Thewissenweg / An der Piwipp. Dort stehen seit vielen Jahren Geschäftsräume leer, so dass der Bereich einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck macht. Dort soll nun eine Erhöhung der Gebäude diskutiert werden, durch die eine Art Eingangstor zum Stadtteil Unterrath entstehen würde.

In der Bezirksvertretung 1 wurden die Gedankenspiele gestern durchaus kontrovers aufgenommen. Sabine Schmidt (CDU) befürwortete etwa die Beibehaltung des alten Standortes, „dort fühlen sich die Unterrather wohl, wir sollten ihnen das Bad nicht wegnehmen“. Bezirksbürgemeisterin Marina Spillner (SPD) sah das komplett anders: „Ich glaube, die Unterrather würden lieber fünf Minuten länger fahren, als drei Jahre vor einem geschlossenen Bad zu stehen.“ Eines jedenfalls steht jetzt schon fest, wie Bezirksstellenleiterin Silke Laqua nach Rücksprache mit der Bädergesellschaft betonte: „Die Münstertherme steht unabhängig von einem möglichen Neubau an der Ulmenstraße in keiner Weise zur Debatte.“

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