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Düsseldorf: Bürger diskutieren über neue Kulturräume in Stadtbezirk 3

Nach Wegfall von Brause und Boui Boui : Bürger diskutieren über neue Kulturräume

Bewohner des Stadtbezirks 3 befürchten, dass es bald nicht mehr genügend Ateliers für Künstler gibt.

Der Anlass für die Vertretung des Stadtbezirks 3 (Bilk, Oberbilk, Unterbilk, Flehe, Hamm, Volmerswerth, Hafen und Friedrichstadt), zum Bürgerforum für Kultur einzuladen, war wenig erfreulich. Mit dem Boui Boui, Damen und Herren und der Brause sind zuletzt einige Räume für die Kunst, Kultur und Off-Kulturszene im Bezirk weggebrochen. Bildende Künstler befürchten, wegen der Wohnungssituation in Düsseldorf aus ihren Ateliers ausziehen zu müssen, damit die in viel teureren Wohnraum umgewandelt werden können. „Viele Künstler können aber von ihrer Kunst nicht leben und müssen einem anderen Beruf nachgehen, um sich über Wasser zu halten. Die können sich teure Mieten für Atelierräume nicht leisten“, sagte Nick Esser (BBK Kunstforum Düsseldorf). „Um weiter künstlerisch tätig zu sein, sind viele auf öffentliche Unterstützung und auf Präsentationsräume angewiesen.“

Das ist auch einigen städtischen Repräsentanten klar. „Wir haben den Vorschlag gemacht, bei großen Bauvorhaben einen gewissen Prozentsatz Kunst und Kultur zur Verfügung zu stellen“, verriet Kulturamtsmitarbeiter Marc Zaic. „Dabei denken wir auch an Schulbauten.“ Sehr zur Freude von Inge Sauer. „Ich weiß von einer mutigen Schulleiterin, die einem Künstler einen Klassenraum als Atelier zur Verfügung stellte. Die Schüler bezeichneten den Künstler schnell als ihren Künstler“, so Sauer. „Solche Verbindungen können dazu führen, dass auch Kinder aus kulturfernem Umfeld Zugang zur Kunst finden, dass sie lernen, wie kreative Prozesse, wie Kunst entsteht.“ Zaic bekam als Vertreter des Kulturamts der Stadt einiges an Kritik zu hören, wurde aber auch für Kulturförderung gelobt. „Wir sind mit dem Kulturentwicklungsplan auf einem guten Weg“, meinte er. „Sehen sie das Kulturamt als Partner, weil wir auch wollen, dass die Kunst und die Künstler mehr Raum und Räume bekommen.“

Die drängenden Probleme, wie möglichst schnell neue Kulturräume für Damen und Herren e.V. und die Metzgerei Schnitzel e.V., der die Brause betrieb, gefunden werden können, wurden auch diskutiert. Lösungen stehen noch in den Sternen. „Wir haben schon auf allen möglichen Portalen nachgeschaut, aber noch nichts gefunden“, gestand Metzgerei-Schnitzel-Mitglied Anna Popp. „Ich wünsche mir, dass die Off-Szene gefördert wird, bevor sie tot ist.“ Einen praktischen Rat hatte der 2. stellvertretende Bezirksbürgermeister Dietmar Wolf (Grüne): „Die Bezirksvertretung hat auch einen Etat. Die Mittel können wir vergeben, dafür brauchen wir aber einen Antrag“, so Wolf.